Kilian über Coronavirus: "Mit dieser Krankheit ist nicht zu spaßen"

Luca Kilian von Paderborn im Zweikampf mit Bremens Leonardo Bittencourt

Kilian über Coronavirus: "Mit dieser Krankheit ist nicht zu spaßen"

  • Erster Corona-Infizierter Bundesliga-Profi
  • "Ich hatte Angst"
  • Hoffnung auf Olympia-Teilnahme

Auf diesen Titel hätte Luca Kilian gerne verzichtet: Der Innenverteidiger des SC Paderborn war der erste Bundesliga-Profi, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde. "Das braucht man nicht und dieses Virus wünsche ich keinem", sagte der 20-Jährige am Sonntag (22.03.2020) dem "Westfalen-Blatt".

Angefangen habe alles mit einem Kratzen im Hals und Kopfschmerzen, sagte Kilian. Doch die Symptome wurden schnell stärker. "Ich bekam Fieber, Schüttelfrost und Zitterattacken. In dieser Phase hatte ich dann auch zum ersten Mal Angst", sagte Kilian.

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"Da ging es mir täglich immer schlechter"

Am 13. März stand dann die Diagnose fest: Coronavirus. Noch am selben Abend hätte der SCP eigentlich zum richtungsweisenden Kellerduell bei Fortuna Düsseldorf antreten müssen. Kilian befand sich zu diesem Zeitpunkt allerdings schon bei seinen Eltern in Dortmund. "Meine Mutter ist Krankenschwester, hat mich dann so gut es geht isoliert und bei Beachtung der Hygienevorschriften um mich gekümmert", sagte er. "Wenn dann der Ernstfall eintritt und man ist davon betroffen, bekommt man so ein Angstgefühl, das ich auch in den nächsten Tagen mit mir rumgeschleppt habe. Denn da ging es mir täglich immer schlechter. Erst als ich spürte, dass mein Körper gut gegen dieses Virus arbeitet, wurde es besser."

"Hatte sehr schwer mit dem Virus zu kämpfen"

Mittlerweile ist Kilian so gut wie genesen. Dem Ernst der Lage ist er sich nun bewusst. "Ich bin Sportler und fit, hatte aber sehr schwer mit dem Virus zu kämpfen. Für Menschen mit Vorerkrankungen kann das deshalb lebensbedrohlich sein."

Deswegen hat der 20-Jährige auch einen eindringlichen Appell an die Bevölkerung gerichtet: "Nehmt die Anweisungen der Politiker und Ärzte ernst. Haltet Abstand, haltet die Hygienevorschriften ein und geht nicht auf Corona-Partys, das ist völliger Schwachsinn. Bleibt jetzt einfach mal für ein paar Wochen mit dem Hintern zu Hause und kauft auch nur das Nötigste ein. Sonst werden wir keine Chance haben, das Virus einzudämmen."

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Olympia-Traum lebt

An eine Fortsetzung der Bundesliga-Saison kann sich Kilian nur mit Geisterspielen vorstellen. "Mit dieser Krankheit ist nicht zu spaßen, und wir sollten erst wieder spielen, wenn die Gefahr gebannt ist", sagte er. Hoffnung macht sich der U21-Nationalspieler derweil noch auf die Teilnahme an den olympischen Spielen: "Die Spiele beginnen erst am 24. Juli, vielleicht haben wir es bis dahin geschafft, das Virus weltweit einzudämmen. Die große Hoffnung habe ich, denn die Olympischen Spiele sind ein großer Traum von mir", sagte er.

Stand: 23.03.2020, 09:46