Der bemerkenswerte Weg von Paderborns Antwi-Adjej

Paderborns Christopher Antwi-Adjej (r) im Kampf um den Ball mit Jonathan Schmid aus Freiburg

Der bemerkenswerte Weg von Paderborns Antwi-Adjej

  • Antwi-Adjej startet als Spätzünder durch
  • Krösche holte den Stürmer aus Sprockhövel
  • Kindheitshelden: Lincoln, Kuranyi und Bordon

Die Beschreibung Spätstarter macht ihm nichts aus. "Es stimmt ja, ich bin erst mit 23 Jahren Profi geworden. Viele andere spielen schon mit 17, 18 oder 19 in der ersten oder zweiten Liga", sagt Christopher Antwi-Adjei. Vor gut drei Jahren kickte er noch bei der TSG Sprockhövel in der fünften Liga, nun ist er Stammspieler beim SC Paderborn in der deutschen Eliteklasse.

Kein Nachwuchsleistungszentrum von innen gesehen

"Kaum einer hätte erwartet, dass ich noch mal Bundesliga-Profi werden kann", betont Antwi-Adjei. Sein Ziel hat er auf ungewöhnliche Weise erreicht. Anders als die meisten Jungprofis war er nie in einem Nachwuchsleistungszentrum.

Als Straßenfußballer, der mit fünf Jahren mit seinen Freunden auf einem Bolzplatz in Hagen kickte, landete er über zahlreiche Stationen wie Fortuna Hagen, Hasper SV, MSV Duisburg, Eintracht Dortmund und Westfalia Herne im Jahr 2014 bei der TSG 1881 Sprockhövel. Dort wird seit Jahren gute Nachwuchsarbeit geleistet, unter anderem stammen die deutsche Fußball-Nationalspielerin Lena Oberdorf und ihr Bruder Tim (U23 Fortuna Düsseldorf) aus dem Klub im südlichen Ruhrgebiet (Ennepe-Ruhr-Kreis).

Antwi-Adjej war anfangs Torhüter

Der heutige Stürmer war anfangs Torwart - bevor er seinen Offensivdrang entdeckte. Papa Godfred, wie seine Mutter aus Ghana stammend und selbst hobbymäßig Fußballer, wie es Christopher beschreibt, kutschierte seine Söhne stets zum Training. "Die Familie hat uns immer unterstützt", betont Antwi-Adjei. Er hat noch eine ältere Schwester, sein jüngerer Bruder Stanley spielt beim Wuppertaler SV in der U19-Bundesliga.

Mit der TSG stieg Antwi-Adjei 2016 in die Regionalliga West auf. Als es 2017 gleich wieder eine Klasse tiefer ging, bekam er einen Anruf von Markus Krösche. Der damalige Paderborn-Manager, jetzt bei Leipzig, war in einem Pokalspiel gegen Sprockhövel auf den Flügelflitzer aufmerksam geworden und lotste ihn zum damaligen Drittligisten. Mit seinen Toren (acht in der 3. Liga/zehn in der 2. Liga) trug der schnelle Mittelfeldmann dazu bei, dass die Ostwestfalen zweimal nacheinander aufstiegen.

Kindheitshelden? Lincoln, Kevin Kuranyi und Marcelo Bordon

Nun ist er in der Bundesliga angekommen und trifft am kommenden Sonntag (15.09.2019, 18.00 Uhr) im Heimspiel mit dem Aufsteiger gegen seinen Lieblingsklub FC Schalke 04. Er sei kein königsblauer Hardcore-Fan, betont er, "aber Lincoln, Kevin Kuranyi und Marcelo Bordon fand ich früher irgendwie cool."

Am Sonntag sollten die Punkte in Paderborn bleiben. Denn der SCP hat nach drei Spielen nur einen Zähler. Antwi-Adjei weiß, dass für den SC nur der Klassenverbleib das Ziel sein kann. Einen Fan, der ihm gegen Schalke besonders die Daumen drückt, hat er jedenfalls: Seinen Zwillingsbruder Christian - der ist nämlich BVB-Fan.

Baumgart: "Wir haben nur eine Chance als Mannschaft" Sportschau 31.08.2019 01:00 Min. Verfügbar bis 31.08.2020 Das Erste

dpa/jti | Stand: 10.09.2019, 12:37