Fortunas Wechsel an der Spitze: "Keine schmutzige Wäsche waschen"

Fortuna Düsseldorf, Thomas Röttgermann

Fortunas Wechsel an der Spitze: "Keine schmutzige Wäsche waschen"

  • Thomas Röttgermann neuer Vorstandschef bei Fortuna.
  • Offizielle Präsentation: "Keine schmutzige Wäsche waschen."
  • Erfahrungen in der Geschäftsführung von Wolfsburg.

Fortuna Düsseldorf hat am Dienstag (16.04.2019) den neuen Vorstandschef Thomas Röttgermann offziell vorgestellt. Doch dabei ging es über weite Strecken nicht um den "Neuen" sondern vor allem um die Trennung vom bisherigen Vorsitzenden Robert Schäfer.

"Wir wollen ganz bewusst keine schmutzige Wäsche waschen und nicht einzelne Personen öffentlich beschädigen", begründete Aufsichtsratschef Reinhold Ernst, dass zur Trennung keine Details genannt werden sollen. "Gehen Sie aber davon aus, dass es ein richtiger und notwendiger Schritt war", sagte er dann doch und sprach von "vielen gewichtigen Gründen im inhaltlichen, fachlichen und persönlichen Bereich."

Wenig Informationen zur Trennung von Schäfer

Die Situation im Trainingslager auf Marbella, als sich Schäfer und Erfolgstrainer Friedhelm Funkel zunächst nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen konnten, habe "natürlich auch dazu beigetragen".

Röttgermann versicherte derweil, dass Sportvorstand Lutz Pfannenstiel entgegen anderslautender Gerüchte nicht um seinen Job bangen müsse. "Er ist sehr kompetent. Und ich sehe keinen Grund, wieso es zu solchen Spekulationen kommt", sagte der 58-Jährige, der mit Fortuna "eine gute Rolle in der Bundesliga spielen will".

Vom VfL Wolfsburg zur Fortuna

"Ich hatte Fortuna immer auf dem Zettel, auch aus familiären Gründen. Die Familie meiner Frau, die aus Neuss stammt, besteht im Wesentlichen aus heißen Fortuna-Fans", erzählte er und hatte auch eine zusätzliche Anekdote parat. "Mein Sohn hat das sagenumwobene 4:0 auf Schalke nicht nur miterlebt. Er hat auch einen Kinnhaken eines Schalke-Fans einstecken müssen, weil er im falschen Moment seinen Fortuna-Schal gezeigt hat", erzählte er: "Das sollte man auch nicht tun."

Der aus Steinfurt stammende Röttgermann arbeitete in den 1990er Jahren im Bereich Marketing für Preußen Münster und Borussia Mönchengladbach, ehe er zum Sportrechtehändler UFA Sports wechselte. Zuletzt war der jetzt 58-Jährige von 2010 bis 2017 in der Geschäftsführung des VfL Wolfsburg. Fortuna hatte die Personalie am Montag (15.04.2019) bekannt gegeben.

Trennung von Schäfer ist noch nicht abgeschlossen

Auch wenn der scheidende Vorstandsvorsitzende Robert Schäfer zuletzt betont hatte, um seinen Posten kämpfen zu wollen, bestätigte der Verein am Montag die Demission nochmals und erklärte: "Die Gespräche über eine einvernehmliche Beendigung des Vorstandsvertrages werden fortgesetzt."

Stand: 16.04.2019, 16:16