Köln gegen Gladbach: Rheinisches Derby der Angriffslust

Borussia Mönchengladbachs Trainer Adi Hütter (l.) und Köln-Coach Steffen Baumgart

Fußball | Bundesliga

Köln gegen Gladbach: Rheinisches Derby der Angriffslust

Das Rheinische Derby verspricht ordentlich Reiz: Zwei offensivorientierte Teams treffen aufeinander. Der Respekt voreinander ist bei aller Rivalität groß. Und das Stadion voll ausgelastet.

"Diese Kombination Baumgart-Köln, die ist gut." Und das sagte nicht irgendein Fan in Köln-Müngersdorf. Nein, diese Aussage kam vor dem 93. Rheinderby in der Fußball-Bundesliga (Samstag, 27.11.2021, 15.30 Uhr) von Max Eberl. Der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach weiß genau: FC-Trainer Steffen Baumgart hat die Kölner mit seiner leidenschaftlichen Art längst zu einem hungrigen Team geformt.

Entgegengesetzte Trends bei FC und BMG

Baumgart legte mit Köln einen starken Start hin, stand nach sieben Spieltagen mit zwölf Zählern auf Rang sechs. Gladbachs Trainer Adi Hütter analysierte vor der kommenden Partie: "Köln zeichnet eine klare Spielidee aus, sehr hoch, sehr aggressiv, sehr druckvoll." Auch gegen das Pressing müsse die Borussia Lösungen finden. Dass Köln mit dieser Spielweise seit fünf Bundesliga-Spielen allerdings auch kein Sieg mehr (drei Remis, zwei Niederlagen) gelungen ist, ist die andere Seite der Wahrheit.

Dementsprechend wird es die Borussia-Fans freuen, dass - um bei Eberls Worten zu bleiben - momentan auch diese Kombination Hütter-Gladbach gut passt. In der Tabelle zeigt der BMG-Trend nach oben, die "Fohlen" zogen nach einem unglücklichen Saisonstart mit reichlich Verletzungspech zuletzt das Tempo an. Und holten in den letzten sieben Spielen 14 Zähler, ließen den FC hinter sich.

Zwei Premieren: Baumgart und Hütter unter Strom

Baumgart hatte dementsprechend auch lobende Worte für Mönchengladbach übrig: "Gladbach hat eine der besten Mannschaften in der Liga. Ich habe sie meistens sehr kompakt gesehen. Sie sind ins Rollen gekommen. Der Höhepunkt war das 5:0 gegen Bayern."

Der 49-Jährige ist sich bewusst über die Größenordnung des Duells: "Das ist auch für mich das erste Derby dieser Größe." Jedes Jahr seien die Spiele gegen Gladbach die "wichtigsten Partien der Saison", und er habe das Gefühl, das kommende gewinnen zu können.

Hütter über Brisanzderby gegen Köln: "Motivieren brauche ich keinen Einzigen" Sportschau 25.11.2021 01:02 Min. Verfügbar bis 25.11.2022 Das Erste

Borussia-Trainer Hütter kann sich ebenfalls auf eine neue Erfahrung freuen. "Wenn ich alle Derbys meiner 30-jährigen Spieler- und Trainer-Karriere miteinander vergleiche, steht Köln gegen Gladbach sicherlich an erster Stelle", sagte er.

Das Spiel der Erzrivalen sei "ein riesiges Traditionsduell." der 51-Jährige hofft auf einige Rückkehrer: Stefan Lainer habe nach seinem Sprunggelenksbruch "sehr gute Chancen auf den Kader", berichtete er. Auch bei Nico Elvedi schaue es gut aus. Christoph Kramer trainiere nach einer hartnäckigen Oberschenkelzerrung immerhin inzwischen wieder schmerzfrei.

Modeste für das Rheinderby fit

Personell hat Baumgart fast alle Optionen. Verzichten muss er nur auf Torwart Timo Horn (Knieverletzung). Für ihn wird Marvin Schwäbe sein Debüt in der Fußball-Bundesliga geben. Stürmer Anthony Modeste (acht Saisontore), der sich beim 1:1 in Mainz am vergangenen Sonntag eine Beckenprellung zugezogen hatte, trainierte am Donnerstag wieder mit der Mannschaft.

"Er läuft wieder normal", sagte Baumgart. Von einer Wunderheilung wollte der 49-Jährige nicht sprechen. "Es war klar, dass nichts kaputt ist. Es geht dann auch um das Schmerzempfinden", sagte Baumgart.

Offensivdrang unter Baumgart und Hütter forciert

Doch weit mehr als nur Modestes Einsatz verspricht Spektakel in der Offensive. Nur Bayern München gab in dieser Bundesliga-Saison mehr Torschüsse ab als Mönchengladbach (185) und Köln (182). Baumgart und Hütter stehen für eine offensive Spielweise, die "Fohlen" hatten im Mittel der Partien 55,9 Prozent Ballbesitz, die "Geißböcke" 55,8 Prozent. Nur Bayern und Dortmund agierten noch dominanter.

50.000 Fans zugelassen in Köln-Müngersdorf

Das rheinische Derby darf vor ausverkauftem Haus ausgetragen werden. Das Gesundheitsamt Köln erteilte am Freitag die Genehmigung für eine Vollauslastung, somit dürfen 50.000 Fans ins Stadion. "Möglich ist dies aufgrund des als tragfähig eingestuften und erfolgreich praktizierten Hygiene- und Infektionsschutzkonzept mit 2G", sagte FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle.

jti/dpa/sid | Stand: 26.11.2021, 15:07