Fußballer setzen Zeichen gegen Rassismus

Jadon Sancho gedenkt bei seinem Torjubel an George Floyd

Fußballer setzen Zeichen gegen Rassismus

  • Sancho, Hakimi, McKennie,Thuram und Modeste gegen Rassismus
  • Politische Botschaften während der Bundesligaspiele
  • Vereine unterstützen ihre Spieler bei Aktion
  • Auslöser: Gewaltsamer Todesfall in den USA

Jadon Sancho, Achraf Hakimi, Weston McKennie und Marcus Thuram haben am Wochenende (30./31.05.2020) in der Bundesliga ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt. Am Montagabend zog Kölns Anthony Modeste beim Spiel gegen RB Leipzig nach. Auslöser ist der Tod des Afroamerikaners George Floyd in Minneapolis. Er war bei einem Polizeieinsatz ums Leben gekommen.

Armbinde, T-Shirt, Kniefall

McKennie trug eine Armbinde mit der Aufschrift "Justice for George" (Gerechtigkeit für George), Mönchengladbachs Marcus Thuram fiel demonstrativ auf die Knie und der Dortmunder Jadon Sancho brachte auf einem T-Shirt mit der Aufschrift "Justice for George Floyd" seinen Unmut zum Ausdruck. Auch Teamkollege Achraf Hakimi trug ein Shirt mit dem Schriftzug. Modeste zeigte demonstrativ seine helle Innenseite der rechten Hand und die dunkle Außenseite der linken Hand nebeneinander. Sein Verein wertete dies als "klares Signal" des 32-Jährigen.

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"Wir müssen für das einstehen, woran wir glauben, und ich glaube, dass es an der Zeit ist, dass wir gehört werden", schrieb Schalkes McKennie bei Twitter. Thuram teilte via Instagram mit: "Gemeinsam kommen wir voran. Gemeinsam verändern wir etwas."

Vereine unterstützen Aktion

Der FC Schalke stellte sich demonstrativ hinter seinen Spieler. "Wir als Schalke 04 unterstützen die Haltung unseres Spielers zu einhundert Prozent. Der gewaltsame Tod des US-Bürgers George Floyd hat die Menschen weltweit schockiert. Unser Spieler Weston McKennie hat gestern ein klares Zeichen gegen diese unfassbare Tat und gegen Rassismus gesetzt", sagte Sportchef Jochen Schneider am Sonntag der Bild.

Rose über Thurams Kniefall: "Eine Botschaft, die wir alle unterstützen"

Sportschau 31.05.2020 02:21 Min. Verfügbar bis 31.05.2021 ARD

Der Fußballer Marcus Thuram kniet nach seinem Treffer

Thuram kniet nach seinem Tor.

Auch die Gladbacher begrüßten die Aktion von Thuram am Sonntag beim 4:1-Sieg über Union Berlin. Der Profi hatte seinen ersten Treffer zum 2:0 für die Borussia am Sonntag mit einem Kniefall bejubelt. "Er hat es auf den Punkt gebracht, er hat ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt, was wir natürlich alle komplett unterstützen", sagte Trainer Marco Rose.

Der Tod von Floyd bewegt derzeit die USA. Am Ende der Festnahme durch vier Beamte kniete ein Polizist fast neun Minuten lang auf dessen Hals. Floyd sagte: "I can't breathe", und starb an den Folgen des Einsatzes. Seitdem kommt es in Minneapolis und anderen Städten der USA zu massiven Protesten gegen Rassismus und Ausschreitungen. Auch zahlreiche US-Sportler äußerten sich wütend.

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Politische Statements eigentlich verboten

Grundsätzlich erlauben die Deutsche Fußball-Liga (DFL) und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) keine politischen Botschaften auf der Spielkleidung oder während der Partien. "Der Kontrollausschuss des DFB wird sich im Laufe der nächsten Tage dieser Angelegenheit annehmen und den Sachverhalt prüfen", sagte der Vorsitzende des Gremiums, Anton Nachreiner. In der Vergangenheit wurde allerdings auch schon ein Auge zugedrückt - zumal die Verbände zahlreiche Kampagnen gegen Rassismus unterstützen.

dpa | Stand: 02.06.2020, 08:34