"Zweierlei Maß": Schiedsrichterfrust in Paderborn

Paderborns Trainer Steffen Baumgart.

"Zweierlei Maß": Schiedsrichterfrust in Paderborn

  • Paderborn hadert mit Schiedrichterentscheidungen
  • SC fühlt sich in engen Situationen benachteiligt
  • Baumgart: "Jeden Verein, jede Person gleich bewerten"

Für Steffen Baumgart steht der Klub immer über allem, doch am Sonntagabend war der Schiri-Frust des Paderborner Trainers größer als seine Vernunft. "Ich entschuldige mich bei meinem Verein, weil ich ihm hier schade. Ich sollte die Klappe halten, aber das will und kann ich nicht", sagte Baumgart nach dem 2:4 (1:2) gegen den VfL Wolfsburg am Sonntag (02.02.2020) und ging in die Vollen: "Es wird mit zweierlei Maß gemessen. Das ärgert mich."

Aufsteiger SC Paderborn verpasste den erstmaligen Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz seit dem Hinspiel im August, das war bitter genug. Doch Baumgart wühlten vor allem die Umstände der Niederlage auf. Der 48-Jährige sprach von "unsachlicher Bewertung" durch die Schiedsrichter - nicht nur, aber eben auch in diesem Spiel. "Wolfsburg ist der verdiente Sieger, wir haben Fehler gemacht", erklärte Baumgart und fügte vielsagend an: "Man kann ein Spiel aber schon in gewisse Richtungen schieben."

Trainer Baumgart angefressen: "Das ist kein Zufall"

Sportschau 02.02.2020 02:19 Min. Verfügbar bis 02.02.2021 ARD Von Mareike Teck

Sein Appell: Die Schiedsrichter sollten "jeden Verein und jede Person gleich bewerten." Genau das geschah aus seiner Sicht nicht. Die Rote Karte gegen SCP-Verteidiger Gerrit Holtmann (33.) wegen eines Wischers an die Schulter von Renato Steffen müsse man so hinnehmen, erklärte Baumgart. Andererseits brachte ihn die Bewertung eines groben Fouls des bereits verwarnten Wolfsburger Kapitäns Joshua Guilavogui an Sebastian Vasiliadis in Rage: "Der trifft ihn mit offener Sohle und wird ermahnt. Ich würde jede Wette eingehen, dass mein Spieler Klaus Gjasula für dieses Foul Gelb bekommen hätte."

Der Ärger über die engen Schiedsrichterentscheidungen zieht sich bei den Ostwestfalen wie ein roter Faden durch die Saison. "Wir sind der Underdog, mit dem man es machen kann", kommentierte Abwehrroutinier Uwe Hünemeier voller Frust. Sachlicher in der Wortwahl, aber ähnlich in der Botschaft äußerte sich Paderborns Sportchef Martin Przondziono: "Ein großer Verein bekommt so eine Rote Karte eher nicht."

In Gleichzahl durchaus ebenbürtig

In Gleichzahl war Paderborn gegen den VfL durchaus ebenbürtig gewesen. Ben Zolinski (22.) hatte vor 13.926 Zuschauern für die Führung gesorgt, Vasiliadis mit seinem Anschlusstreffer zum 2:3 in der 72. Minute noch einmal Hoffnungen auf zumindest einen Punkt geweckt. Doch Wolfsburg war insgesamt cleverer. Am Samstag geht es für den SCP mit dem Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 weiter (15.30 Uhr).

sid | Stand: 03.02.2020, 11:19