SCP: "Es warten große Herausforderungen auf uns"

Martin Przondziono, Geschäftsführer des SC Paderborn.

SCP: "Es warten große Herausforderungen auf uns"

  • SC Paderborn erwartet große Herausforderungen
  • Przondziono: "Ohne TV-Gelder wird es bei uns eng"
  • DFB-Präsident erwartet Insolvenzen im Profi-Fußball

Bundesligist SC Paderborn gerät durch die Corona-Pause immer mehr unter finanziellen Druck. "Es ist nicht so, dass wir nächsten Monat insolvent wären. Wir können das noch ein, zwei Monate hinauszögern, aber dann geht uns die Luft aus", sagte Geschäftsführer Martin Przondziono in einem am Mittwoch (08.04.2020) veröffentlichten Interview von "Sport1".

"Momentan ist es noch einigermaßen entspannt. Für die nächsten Monate warten aber große Herausforderungen auf uns. Sollten die TV-Gelder auch nicht bei uns landen, wird es für uns eng. Das liegt in der Natur der Sache, da geht allen anderen Vereinen auch so", so Przondziono.

DFB-Präsident Keller: "Wir werden einige vermissen"

Eine Einschätzung, mit der der Sportchef des SCP nicht alleine steht. Durch das Einstellen des Spielbetriebs drohen immer mehr Bundesliga-Vereine zahlungsunfähig zu werden, erklärte auch DFB-Präsident Fritz Keller gegenüber "Phoenix" am Donnerstag.

Fritz Keller

Fritz Keller

Besonders betroffen seien Vereine der zweiten und dritten Bundesliga, aber auch Erstligisten wie beispielsweise der SC Paderborn seien in ihrer Existenz bedroht. "Ich glaube nicht, dass nach der Corona-Krise die Landschaft des Fußballs gleich sein wird wie heute. Wir werden einige vermissen und ich glaube, je länger das geht, umso mehr Insolvenzen werden wir auch im Profifußball haben", so Keller.

SCP geht bei Kilian "mit großer Vorsicht vor"

Paderborn war im März der erste Bundesligist mit einem positiv auf das Coronavirus getesteten Profi im Kader. Luca Kilian gehe es wieder "ganz gut", sagte Przondziono. "Er trainiert ebenfalls wieder. Wir gehen bei ihm mit großer Vorsicht vor, denn wir wissen nicht, welche Spätfolgen diese Erkrankung möglicherweise haben könnte."

Der Spieler selbst warnt vor einer zu frühen Fortsetzung der Saison. "Das wäre natürlich sehr schön, für uns Spieler und die Fans - auch wenn dann Spiele wohl vorerst ohne Zuschauer stattfinden müssten", wird der 20-Jährige am Mittwoch auf der Webseite des Deutschen Fußball-Bundes zitiert.

Kilian: "Mit der Krankheit ist nicht zu spaßen"

"Wir sollten aber erst wieder spielen, wenn die Gefahr gebannt ist. Mit dieser Krankheit ist nämlich nicht zu spaßen, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen", so Kilian. "Ich bin Sportler und fit - und dennoch hatte es mich echt schwer erwischt." Für Menschen mit Vorerkrankungen könne das lebensbedrohlich sein. "Daher möchte ich an alle appellieren: Nehmt die Anweisungen der Politiker und Ärzte ernst."

Luca Kilian: "Gab viel Zuspruch während der Krankheit"

Sportschau 25.03.2020 08:54 Min. Verfügbar bis 26.03.2021 ARD

dpa/ots | Stand: 09.04.2020, 11:55