Schalke 04: Torwart Nübel erinnert an Neuer

Alexander Nübel

Schalke 04: Torwart Nübel erinnert an Neuer

  • Schalkes Torwart Nübel wird mit Manuel Neuer verglichen
  • Neuer ersetzte 2006 Frank Rost und stieg zum Welttorhüter auf
  • Nübel schon im Oktober mit Ruhe und Souveränität

Als Alexander Nübel noch in Paderborns Nachwuchs kickte, wurde das Torwarttalent von seinem Mitspielern "Manuel" genannt. Weil er mit dem Ball am Fuß an Weltmeister Neuer erinnerte. Seit Sonntag (20.01.2019) wandelt der 22-Jährige auf den Spuren des viermaligen Welttorhüters, der vor gut zwölf Jahren ähnlich plötzlich zur Nummer eins bei Schalke 04 wurde.

Neuer ersetzte Rost

Der überraschende Torwartwechsel vor dem 2:1-Rückrundenauftakt der Königsblauen gegen den VfL Wolfsburg, bei dem Trainer Domenico Tedesco Kapitän Ralf Fährmann auf die Bank verbannte, erinnert an Neuers Start im Herbst 2006. Am 5. November stand der 20-Jährige völlig unerwartet für Routinier Frank Rost zwischen den Pfosten - und überzeugte beim 2:2 gegen Bayern München. Mit 13 Spielen in Serie ohne Niederlage sprang Schalke an die Tabellenspitze, und Neuers Aufstieg zum weltbesten Torhüter begann.

Damals stellte Trainer Mirko Slomka allerdings den Schalker Jungen, der schon als Kind in der Nordkurve gestanden hatte, ins Tor. Diesmal rasierte Tedesco den Ur-Schalker Fährmann, der mit zweijähriger Unterbrechung seit 2003 bei den Gelsenkirchenern spielt. Ob Fährmann genauso reagiert wie Höwedes, der zunächst zu Juventus Turin und dann zu Lokomotive Moskau flüchtete, bleibt abzuwarten.

Nübel mit Ruhe und Souveränität

Slomka fiel 2006 die Entscheidung deutlich leichter - weil andere sie für ihn trafen. Der damalige Kapitän Marcelo Bordon wollte Rost als internen Gegenspieler ausschalten und setzte die Klubführung unter Druck. "Da wurde massiv Politik gemacht", erinnert sich Rost bei Funke Sport, "ein Berater hatte damals zwölf Schalker Spieler unter Vertrag." Der damals 33-Jährige verabschiedete sich in der Winterpause zum Hamburger SV. Jetzt fühlt Rost mit Fährmann. Er werde "so ein bisschen als Sündenbock hingestellt", meinte er.

Schon im Oktober und November vertrat Nübel den verletzten Fährmann in sechs Spielen in Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal und überzeugte mit erstaunlicher Ruhe und Souveränität. Vor allem beim 0:0 im Hexenkessel von Galatasaray Istanbul. "Das war sehr geil", sagte Nübel. Weil er danach wieder zurück auf die Ersatzbank musste, dachte er laut über einen Vereinswechsel im kommenden Sommer nach. Nur bei der U21-Nationalmannschaft Spielpraxis zu sammeln, sei ihm zu wenig. Mit den deutschen Junioren will Nübel im Juni in Italien Europameister werden - wie Neuer 2009 in Schweden.

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Sportschau | 20.01.2019 | 02:17 Min.

Stand: 22.01.2019, 11:44