Nächster Nackenschlag: Gladbach rutscht tief in die Krise

Stand: 23.01.2022, 11:39 Uhr

Gut gespielt, wieder verloren: Für Adi Hütter wird die Lage bei Borussia Mönchengladbach brenzlig. Nun beginnt der Abstiegskampf.

Adi Hütter vermied das Wort Abstiegskampf, so gut es ging. Doch der Trainer von Borussia Mönchengladbach weiß spätestens seit der vierten Heimpleite in Folge, was die Stunde geschlagen hat. "Jetzt kommen zwei Spiele gegen unmittelbare Konkurrenten. Da müssen wir unbedingt punkten", sagte der Österreicher nach dem 1:2 (1:1) gegen Union Berlin am Samstag.

Jene Konkurrenten, das sind Arminia Bielefeld und der FC Augsburg. Noch in der Winterpause hatte der eine oder andere im Borussia-Park leise vom Europapokal geträumt. Doch damit, das machte Hütter klar, ist nun Schluss. Weil drei Tage nach der Pokal-Blamage gegen Zweitligist Hannover (0:3) der nächste Nackenschlag folgte und Gladbach seine schlechteste Saison seit elf Jahren spielt, zählt nur noch das nackte Überleben.

Noch spürt der Trainer das Vertrauen

Noch spürt der für 7,5 Millionen Euro aus Frankfurt geholte Hütter das Vertrauen von Max Eberl, der am Samstag wie schon in Hannover erkrankt fehlte. "Wenn ich mit den Verantwortlichen spreche, geben sie mir ein gutes Gefühl", hatte der Gladbach-Coach vor dem Anstoß am Sky-Mikrofon gesagt und angefügt: "Aber mir ist auch bewusst und klar, dass wir so schnell wie möglich Ergebnisse bringen müssen."

Gladbach kassiert späte Niederlage: Die Audio-Highlights Sportschau 22.01.2022 02:50 Min. Verfügbar bis 22.01.2023 ARD Von Anne van Eikels

Ein solches Ergebnis in Form eines Sieges wäre gegen Union möglich, vielleicht sogar verdient gewesen. Nach dem Ausgleich durch Manu Kone (40.) war Gladbach am Drücker, hatte in der 77. Minute durch Luca Netz die große Chance zum Siegtreffer - doch der gelang wenig später auf der Gegenseite dem Ex-Gladbacher Max Kruse (84.), der schon vor der Pause per Handelfmeter (18.) getroffen hatte.

"Das ist der Lauf, den wir haben", sagte Hütter resignierend. Vier Heimniederlagen in Folge hatte Gladbach zuletzt 2010/11 kassiert, damals musste Michael Frontzeck gehen, Lucien Favre kam. Soweit ist es nun noch nicht, doch das Schicksal meint es nicht gut mit den Fohlen. Vier Elfmeter bekam Gladbach in den letzten drei Pflichtspielen gegen sich gepfiffen, nicht alle waren eindeutig. Und zu allem Überfluss fällt nun Kapitän Lars Stindl wegen einer Innenbandverletzung mehrere Wochen aus.

Hütter : "Blick nach vorne zu werfen, ist nicht der richtige Ansatz" Sportschau 22.01.2022 00:33 Min. Verfügbar bis 22.01.2023 Das Erste

Zwei Wochen hat Hütter nun Zeit, um seine Mannschaft, die personell so gar nicht auf Abstiegskampf eingerichtet ist, auf die künftigen Aufgaben vorzubereiten. Erst Bielefeld, dann Augsburg - Gladbachs Gegner auf Augenhöhe spielen derzeit im unteren Drittel der Tabelle.