BVB konstant unkonstant: Auf Leipzig-Gala folgt Mainz-Enttäuschung

Marco Reus im Spiel gegen Mainz 05

BVB konstant unkonstant: Auf Leipzig-Gala folgt Mainz-Enttäuschung

Stabil gegen Spitzenteams, wankend gegen Außenseiter. Der BVB bleibt seinem Ruf als unbeständiges Team treu und lässt beim 1:1 gegen Mainz erneut Punkte liegen. Ausgerechnet der Kapitän zeigt Nerven - und reagiert mit einer ungewohnten Geste.

Marco Reus war untröstlich und suchte erst gar nicht nach Ausreden. Reumütig nahm der Kapitän von Borussia Dortmund die Schuld für das dürftige 1:1 (0:0) gegen den Abstiegskandidaten FSV Mainz 05 am Samstag fast allein auf sich.

"Ich muss mich bei der Mannschaft entschuldigen. Ich hätte das Spiel entscheiden oder in die richtige Richtung lenken können. Das ist mir leider nicht gelungen und tut mir für die Mannschaft sehr, sehr leid", kommentierte der Pechvogel der Partie.

Mit einer vergebenen Großchance in der ersten Halbzeit und einem verschossenen Foulelfmeter zum möglichen 2:1 trug er maßgeblich zum neuerlichen Rückschlag des BVB im Titelrennen bei.

BVB-Coach Terzic nimmt Reus in Schutz

Bei allem Frust über die verschenkten Punkte nahm BVB-Trainer Edin Terzic den ehemaligen Nationalspieler, der zum vierten Mal in seiner Bundesliga-Karriere vom Elfmeterpunkt gescheitert war, vor Kritik in Schutz: "Das ist natürlich total ärgerlich. Er weiß es selbst, wir wissen es, kein Vorwurf an ihn."

Dennoch war Reus an diesem Nachmittag ein Sinnbild für die Misere seines Teams. In Topspielen brilliert die Borussia häufig, schwächelt aber in bedenklicher Regelmäßigkeit gegen Außenseiter. Nur eine Woche nach dem sehenswerten Auftritt bei RB Leipzig (3:1) wurde sie diesem Ruf abermals gerecht. Wie schon bei den überraschenden Heimniederlagen gegen Köln (1:2) und Stuttgart (1:5) blieb das Starensemble vor allem in der zweiten Halbzeit vieles schuldig.

Die "alten Hasen" zu selten Motor für die "jungen Wilden"

Das Beispiel Reus zeigt zudem: Die erfahrenen Spieler im Team haben in Phasen, in denen der BVB Probleme mit dem Gegner hat, mit sich selber genug zu tun, so dass sie in diesen Momenten die vielen jungen Spieler im Team nicht an die Hand nehmen und mitziehen können. Egal ob Mats Hummels (32), Reus (31) oder Can (27) - die "alten Hasen" setzten sich auch gegen Mainz nicht entscheidend von der Leistung der "jungen Wilden" wie Jude Bellingham (17), Erling Haaland (20), Dan-Axel Zagadou und Youssoufa Moukoko (16) ab.

Keine Inspiration für Duelle gegen Leverkusen und Gladbach

"Wir haben so viele Möglichkeiten, zurück in die Top drei zu kommen. Jedes Mal fehlt etwas. Es ist unglaublich", klagte Thomas Meunier. Selbst sein erster Treffer im BVB-Trikot tröstete den belgischen Neuzugang nicht. Eine Inspiration für die kniffligen Duelle am Dienstag beim punktgleichen Dritten Leverkusen und drei Tage später in Mönchengladbach war der Auftritt gegen Mainz bei allem Engagement wahrlich nicht.

"Wir haben uns viel vorgenommen, wollten die drei Punkte unbedingt einfahren", klagte Trainer Edin Terzic. Doch nach starker erster Halbzeit mit 11:3-Torschüssen zugunsten des BVB verlor sein Team nach dem sehenswerten Mainzer Führungstreffer durch Levin Öztunali (57.) den Faden und musste am Ende froh sein, dass den tapferen Gästen bei einem der Konter nicht der Siegtreffer gelang.

Gunst der Stunde bleibt ungenutzt

Terzic machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl: "In der zweiten Halbzeit wollten wir es erzwingen, das hat der Gegner heute nicht hergegeben. Wir sind mit dem Ergebnis nicht zufrieden." Die Gunst der Stunde, die durch die Niederlage der Leverkusener oder das Remis der Leipziger entstanden war, blieb deshalb ungenutzt. Zudem vergab der BVB die Möglichkeit, den zuletzt schwächelnden Spitzenreiter FC Bayern unter Druck zu setzen.

Bo Svensson zu Öztunalis Tor: "Levin, schieß bitte nicht!" Sportschau 16.01.2021 00:47 Min. Verfügbar bis 16.01.2022 Das Erste

Stand: 17.01.2021, 13:04