Luca Kilian (l.) und Timo Hübers (r.) bilden das neue Abwehr-Duo des 1. FC Köln

Fußball | Bundesliga

1. FC Köln: Duo Kilian/Hübers überzeugt beim dritten Sieg in Folge

Stand: 10.01.2022, 11:38 Uhr

Mit den ersten drei Punkten im neuen Jahr und dem dritten Sieg in Folge ist der 1. FC Köln auf den sechsten Tabellenplatz gesprungen. Einen nicht unerheblichen Anteil am Erfolg gegen Hertha BSC hatte ein neu formiertes Inneverteidiger-Duo.

Von Jakob Halbfas

Timo Hübers und Luca Kilian waren am Sonntag (09.01.22) die beiden einzigen verbliebenen Innenverteidiger im Kader des 1. FC Köln. Die Personaldecke ist dünn in der Kölner Abwehr: Nach dem Jahreswechsel hatte der Verein den Abgang von Stamminnenverteidiger Rafael Czichos verkündet, der in die USA zu Chicago Fire wechselte.

Auch von Cava Cestic, der in dieser Saison allerdings keine Rolle bei den Profis spielte, hatte sich der Verein vergangene Woche getrennt. Und dann viel auch noch kurz vor der Abreise nach Berlin Innenverteidiger Nummer drei, der Spanier Jorge Meré, krankheitsbedingt aus.

Dreikampf um zwei Plätze

"Wir haben es einfach so angenommen wie es war", sagte einer der beiden verbliebenen Kölner Innenverteidiger Luca Kilian nach Kölns drittem Sieg in Folge. Diese Selbstverständlichkeit war auch auf dem Platz sichtbar zu spüren. Routiniert und abgeklärt wie ein altes Ehepaar hielten Kilian und Hübers den Laden dicht. Beim Gegentreffer zum zwischenzeitlichen 1:2 traf das neue Duo keine Schuld. Vladimir Darida traf per direktem Freistoß.

Diese Abgebrühtheit der beiden Sommerneuzugänge mag einmal mehr verwundern, da beide in der bisherigen Saison nicht zu den unangefochtenen Stammspielern gehörten. Vielmehr waren Hübers und Kilian direkte Konkurrenten, die um den Platz neben Czichos in der Innenverteidigung kämpfen mussten.

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Nach Czichos Abgang schien ein Dreikampf um die beiden Stammplätze eröffnet. Kilian stand vor der Partie am Sonntag in acht Pflichtspielen in der Startelf, Meré und Hübers jeweils in sieben. Durch den Ausfall von Meré und dem tadellosen Auftritt des Duos Kilian/Hübers dürfte Trainer Steffen Baumgart nur wenig Gründe haben, die Konstellation in den nächsten Spielen zu verändern.

Baumgart lobt Zweikampfführung

Der 50-Jährige sprach vom Funktionieren "der ganzen Mannschaft", hob aber vor allem die Zweikampfführung der beiden Innenverteidiger hervor: "Sie haben ganz ganz viele Zweikämpfe ohne Foul bestritten. Und gerade bei jungen Spielern hast du das dann mal, dass sie unruhig werden, das war bei beiden nicht so."

"Wir können uns auf alle verlassen", konstatierte auch Torwart Marvin Schwäbe über die neue, noch recht junge Innenverteidigung. Obwohl das Duo in der Bundesliga zuvor erst einmal über 64 Minuten gemeinsam auf dem Platz stand, schien es so als hätten beide schnell in ihre Rolle gefunden.

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Kölns Innenverteidiger Tim Hübers (l.) im Zweikampf mit Hertha-Stürmer Davie Selke

Kölns Innenverteidiger Tim Hübers (l.) im Zweikampf mit Hertha-Stürmer Davie Selke

Insbesondere die von Baumgart angesprochene Ruhe war es, die Luca Kilian an diesem Nachmittag auszeichnete. Mit der besten Passquote auf dem Platz (90 Prozent) sortierte der erst 22-Jährige als Ruhepol die Abwehrkette und klärte zweimal in höchster Not.

Gegenpart Hübers hingegen suchte mit dem Ball den direkten Weg nach vorne und schaltete sich in Offensiveaktionen ein. Vorher festgelegt war diese Rollenverteilung nicht: "Wie das dann mit dem Andribbeln und dem Passspiel ist, das haben wir vorher nicht besprochen", sagte Kilian mit einem Lächeln bei DAZN.

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Nach dem Abgang von Czichos und dem Verlust des einzigen linksfüßigen Innenverteidiger im Kader wurde in Köln viel über einen möglichen Ersatz spekuliert. Dass dieser aus den eigenen Reihen kommt und lieber mit dem rechten Fuß gegen den Ball tritt, ist vor allem auch nach den starken Leistungen von Kilian und Hübers ein nicht ganz unwahrscheinliches Szenario beim neuen Tabellensechsten.