Leverkusens Stürmer Lucas Alario nach der 0:1-Niederlage gegen RB Leipzig

Leverkusen auf der Suche nach alter Offensivstärke: "Ohne Tore keine Champions League"

Stand: 18.04.2022, 10:53 Uhr

Bayer Leverkusen hat gegen RB Leipzig eine bittere Niederlage im Kampf um die Champions-League-Qualifikation einstecken müssen. Der drittstärkste Angriff der Liga blieb bereits zum zweiten Mal in Folge ohne eigenen Treffer.

Durch das 0:1 gegen RB Leipzig ist Bayer Leverkusen in der Liga auf den vierten Tabellenplatz abgerutscht. Und auch dieser vierte Rang und die damit verbundene Qualifikation für die Champions League ist ernsthaft in Gefahr. Mit nur einem Punkt weniger lauert von hinten der SC Freiburg. Am letzten Spieltag könnte es im direkten Aufeinandertreffen zum finalen Showdown kommen.

Bayer zum zweiten Mal in Folge torlos

Dass das Rennen um die Königsklasse überhaupt noch einmal so spannend wird, liegt vor allem an der Offensiv-Power, die Leverkusen in den letzten Wochen abhanden gekommen ist. "Ohne Tore zu schießen, kommst du nicht in die Champions League", mahnte Torhüter und Kapitän Lukas Hradecky nach der Heimniederlage: "Vier Mal 0:0 wird nicht reichen."

Nach dem 0:0-Unentschieden gegen den VfL Bochum am 29. Spieltag, blieb Bayer zum zweiten Mal in Folge ohne eigenen Treffer. Bis zum 28. Spieltag hatte die Werkself überhaupt nur zweimal keinen Treffer erzielt. Mit 68 Toren aus 30 Spielen stellt Leverkusen die drittstärkste Offensive der Liga - nur Dortmund (76) und die Bayern (89) trafen häufiger.

Seoane begründet defensive Ausrichtung

Doch die Ausfälle, vor allem von Offensiv-Allrounder Florian Wirtz, haben einen kleinen Bruch bewirkt. "Wir sind es gewohnt, fünf, sechs, sieben, acht Torchancen zu haben", sagte Trainer Gerardo Seoane: "Aber das ist im Moment nicht möglich. Es ist nicht der Moment, um gegen einen solchen Gegner so offensiv zu spielen."

Gegen RB, das beste Team der Rückrunde, hatte Seoane acht überwiegend defensiv denkende Spieler in die Startelf beordert. So mutierte der gelernte Innenverteidiger Odilon Kossounou zum rechten Mittelfeldspieler. Diese defensiv ausgerichtete Konstellation, so versicherte Seoane, war aber in dem Mix aus Situation und Gegner eher auf Letzteres zurückzuführen.

Hradecky: "Es darf keine Ausreden mehr geben"

Nächste Woche beim Tabellenletzten SpVgg Greuther Fürth, den Bayer endgültig zurück in die 2. Liga schießen könnte, soll es wieder anders aussehen. "Da wollen wir offensiv natürlich viel mehr anbieten", erklärte der Trainer. Das muss auch sein, fordert Hradecky. Klar ist: Auf ein Endspiel um die Champions League gegen Freiburg will sich in Leverkusen eigentlich niemand einlassen.

"Normal sind wir offensiv geprägt, das ist Bayer Leverkusen", sagte der Finne: "Davon sieht man seit zwei, drei Spielen zu wenig." Was, so deutete der Kapitän an, auch eine Einstellungs-Sache sein könnte. "Heute war ich nicht ganz zufrieden mit der Spannung und der Haltung", sagte der 32-Jährige: "Jeder muss sich selbst fragen. Wollen wir Champions League spielen? Alle können gut genug Fußball spielen und als Mannschaft funktionieren wir eigentlich auch." Deshalb ist für Hradecky klar: "Es darf jetzt keine Ausreden mehr geben." Auch nicht die vielen Ausfälle.

Nicht zu stoppen - Leipzig schlägt auch Leverkusen

Sportschau 18.04.2022 06:55 Min. Verfügbar bis 30.06.2022 Das Erste Von Claus Lufen

Quelle: red/dpa