1. FC Köln sendet emotionales Lebenszeichen

Manager Horst Heldt (r.) jubelt mit den FC-Spielern.

1. FC Köln sendet emotionales Lebenszeichen

  • Köln schlägt Leverkusen 2:0
  • FC nicht mehr Tabellenletzter
  • Gisdol bremst die Euphorie

Horst Heldt hielt nichts mehr auf der Bank. Als Jhon Cordoba in der 73. Minute zum erlösenden 1:0 gegen Bayer 04 Leverkusen traf, rannte der Manager des 1. FC Köln los und umarmte seinen Stürmer an der Eckfahne. Elf Minuten später, beim entscheidenden Treffer zum 2:0 durch Sebastiaan Bornauw, musste dann Trainer Markus Gisdol als Jubel-Partner herhalten. "Diese Emotionen mussten einfach raus. Wir sind in einer Situation, in der wir Emotionen ausleben müssen. Das ist wichtig", sagte Heldt nach der Partie am Samstag (14.12.2019).

Der FC feierte den Sieg gegen den rheinischen Rivalen fast wie einen Titelgewinn. So groß war der Stein, der den Kölnern nach den vielen Rückschlägen der vergangenen Wochen vom Herzen gefallen ist. Es war der erste Sieg im vierten Spiel unter Gisdol und der erste Sieg nach sieben erfolglosen Pflichtspielen am Stück. "Wir haben es uns erarbeitet, und wir haben uns belohnt", sagte Heldt.

Gisdol nach Heimsieg: "Jetzt ist noch nicht alles gut" Sportschau 14.12.2019 01:56 Min. Verfügbar bis 14.12.2020 Das Erste

Bayer 04 ungewohnt harmlos

Gisdol war "froh" über die Erkenntnis, dass sein Team endlich die im Kampf um den Klassenerhalt so dringend nötigen Tugenden gezeigt hatte: Kämpfen und leidenschaftliches Verteidigen. Nach dem Spiel war er dennoch bemüht, den Erfolg richtig einzuordnen: "Unter dem Strich ist es ein Sieg, aber nicht mehr", sagte er. Der FC hat dank des dreifachen Punktgewinns zwar das Tabellenende wieder verlassen, steht aber nach wie vor mit nur elf Punkten auf einem Abstiegsplatz. Dazu kam, dass sich Bayer 04 über das gesamte Spiel ungewohnt harmlos präsentierte und die Partie nach Platzverweisen gegen Aleksandar Dragovic (62. Gelb-Rot) und Leon Bailey (77., Rot nach Tätlichkeit) in zweifacher Unterzahl beenden musste.

Dennoch können die Kölner aus dem Erfolg Mut schöpfen für die kommenden Partien. "Drei Punkte durch einen Derbysieg zu Beginn einer englischen Woche sind super. Das gibt uns Selbstvertrauen für Mittwoch", sagte Dominick Drexler mit Blick auf das Spiel bei Eintracht Frankfurt. "Es war ein unheimlich guter Teamspirit. Das müssen wir beibehalten."

Kölns Hector: "Es war ganz schön Druck auf dem Kessel"

Sportschau 14.12.2019 01:16 Min. Verfügbar bis 14.12.2020 ARD Von WDR-Reporter Christian Schulze

Jugendliche Frische in der Startelf

Ein Schlüssel zum Sieg gegen Leverkusen war auch die neue jugendliche Frische in der Startaufstellung. Gisdol schenkte erstmals dem erst 17-jährigen Jan Thielmann das Vertrauen. Dazu stellte er auch wieder den 18-jährigen Noah Katterbach und den 20-jährigen Ismael Jakobs auf. Dafür saßen etablierte Kräfte wie Simon Terodde, Cordoba und Marco Höger auf der Bank. "Diese Unbekümmertheit tut uns gut, sie sind nicht so verkopft wie einige andere", sagte Kapitän Jonas Hector. "Dieser Schwung hat uns geholfen."

Gut möglich also, dass die Youngster auch gegen Frankfurt wieder mit von der Partie sind. Zum Abschluss der Hinrunden hat der FC dann ein echtes Schlüsselspiel, wenn mit Werder Bremen ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf nach Köln kommt.

Stand: 15.12.2019, 13:32