Matthias Ginter

Matthias Ginter kritisiert Borussia Mönchengladbach

Stand: 12.05.2022, 23:05 Uhr

Fußball-Nationalspieler Matthias Ginter hat vor seinem Wechsel von Mönchengladbach zum SC Freiburg Kritik an der Borussia geübt. Dass der Verein ihn verkaufen wollte, habe ihn überrascht.

Als er im vergangenen Sommer durch seinen Berater erfahren habe, dass ihn die Borussia verkaufen will, sei es zum Bruch mit dem Verein gekommen. "Das war für mich schon sehr bitter und hart. Da ist etwas kaputt gegangen", sagte der 28-Jährige im Gladbacher Fan-Podcast "MitGedacht".

Verein habe ein "Alibi-Angebot" gemacht

Zuvor habe ihm der Verein um den damaligen Manager Max Eberl bei ersten Vertragsgesprächen im Februar 2021 noch versichert, als Führungsfigur und künftiger Kapitän mit ihm zu planen und er selber habe auch das Gefühl gehabt, in Gladbach "weiter was aufzubauen".

Nachdem ein Wechsel im Sommer aus unterschiedlichen Gründen nicht zustande gekommen war, habe ihm der Verein Ende Oktober ein "Alibi-Angebot" gemacht, so Ginter: "Ich habe aber zu meinem Berater gesagt: Egal, wie die Summe ist, das Ding ist durch."

Abgang nach 178 Pflichtspielen für Borussia

Besonders enttäuscht habe ihn zudem, dass er keine eigene Stellungnahme abgeben konnte, als die Borussia seinen Abgang zum Saisonende öffentlich machte: "Dass ich so öffentlich hingestellt wurde und ich aus meiner Sicht nichts dazu gesagt habe, weil ich keine Unruhe stiften wollte, das war die härteste Zeit", sagte Ginter. Da habe er sich schon etwas hilflos gefühlt. Aber er wollte keine Interviews geben, "wo geschossen wird".

Nach 178 Pflichtspielen für die Borussia, bei der er seit 2017 unter Vertrag steht, wechselt der gebürtige Freiburger nach der Saison zurück zu seinem Heimatverein. 2012 hatte Ginter dort bei den Profis debütiert und bis zu seinem Transfer zu Borussia Dortmund im Jahr 2014 insgesamt 81 Pflichtspiele absolviert.

Diese Zeit habe ihm viele schöne Momente beschert, weshalb er sich im Podcast zuversichtlich zeigte, die Borussia in guter Erinnerung zu behalten: "Wenn man mit ein bisschen Abstand darauf zurückblickt in zwei, drei Monaten, überwiegt glaube ich schon das Positive. So ist mein Gefühl, dass ich sehr, sehr gerne hier war und sehr gerne für den Verein gespielt habe."

Bei Virkus und Hütter kommt Ginters Kritik nicht gut an

Der Verein reagierte am Donnerstag etwas verschnupft auf die Äußerungen Ginters in dem Fan-Podcast. Roland Virkus, Nachfolger von Sportdirektor Max Eberl, der die Verhandlungen mit Ginter führte, zeigte sich enttäuscht: "Ich habe gelernt, nie schlecht über andere Menschen und über den alten Arbeitgeber zu sprechen. Das macht man nicht, und das habe ich Matze auch klar so gesagt", sagte Virkus.

Auch Trainer Adi Hütter hat wenig Verständnis für Ginters Vorstoß: "Es gibt Leute, die solche Dinge nach außen kommunizieren. Ich finde, es ist am besten, wenn man dazu wenig sagt."