Arminia Bielefelds Masaya Okugawa (vorne) jubelt mit Florian Krüger (r.) nach seinem Tor zum 1:0 im Pokalspiel beim FSV Mainz.

Okugawa: japanischer Torjäger aus Bielefeld

Stand: 19.01.2022, 10:58 Uhr

Mit sieben Toren hat Masaya Okugawa erheblichen Anteil daran, dass Arminia Bielefeld wieder ein Wörtchen im Abstiegskampf mitzureden hat. Dabei macht der nur 68 Kilo leichte Japaner körperliche Nachteile durch schlaues Spiel und mittlerweile auch durch Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor wieder wett.

Von Thorsten Rosenberg

Mitte August 2021, 1. Spieltag der Saison 21/22: In der Partie des SC Freiburg (0:0) vergibt der Bielefelder Masaya Okugawa gleich mehrere Chancen.

Masaya Okugawa jubelt mit seinem Teamkollegen Fabian Klos von Arminia Bielefeld nach dem ersten Tor

Masaya Okugawa und Fabian Klos

Da seinen Schüssen die letzte Konsequenz und Kraft fehlt, sieht sich Stürmerkollege Fabian Klos nach dem Schlusspfiff zur Aussage veranlasst, er müsse ihm vielleicht mal eine Scheibe Brot schmieren. Nicht überliefert ist, ob das Bielefelder Urgestein dem schmächtigen Japaner tatsächlich ein Butterbrot spendierte. Aber Fakt ist: Okugawa hat sich zu einem richtigen Knipser in Ostwestfalen entwickelt.

Wichtige Punkte dank Okugawas Toren

In den ersten 15 Saisonspielen hatten die Bielefelder Anhänger klägliche zehn Tore bejubeln dürfen. In den vergangenen vier Partien waren es jedoch zwei pro Spiel. In jeder dieser Partien war der 25-Jährige je einmal erfolgreich und mutierte mit nunmehr sieben Saisontreffern zum erfolgreichsten Torschützen in Bielefeld. Damit ist er um einen Treffer erfolgreicher als die gesamte Sturmabteilung der Ostwestfalen (3x Klos, 2x Lasme, 1x Serra).

Bielefelder Schnäppchen entpuppt sich als Torjäger - Okugawa in Top-Form

Sportschau 20.01.2022 01:11 Min. Verfügbar bis 20.01.2023 Das Erste

Die Treffsicherheit Okugawas verhalf den Arminen zu wichtigen Punktgewinnen im Abstiegskampf: Von sechs Spielen, in denen der 68 Kilogramm leichte Okugawa traf, verlor der DSC nicht eines. Nur sein Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 in Gladbach (Endstand 1:3) war am Ende "brotlose" Kunst.

Kramer: "Schlauer Spieler mit Super-Laufwegen"

Den Erfolg erarbeitet sich Okugawa häufig selbst. Schaut man sich die Spielweise des kleinen Bielefelders an, fällt besonders sein Spiel ohne Ball auf. Der quirlige Japaner schafft seinen Mitspielern immer wieder Freiräume in der Offensive und bietet sich sehr oft in guter Anspielposition an. "Masaya ist ein schlauer Spieler, der immer wieder super Laufwege einstreut", sagte sein Trainer Frank Kramer unlängst, der sich nun auch darüber freuen kann, dass Okugawa Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor beweist.

Und das hat mit einem neuen Bielefelder Selbstvertrauen zu tun, bei dessen Erwachen Okugawa selbst seinen Anteil hatte. Und zwar mit seinem Treffer zum 1:0-Sieg beim VfB Stuttgart am 11. Spieltag Anfang November - dem ersten dreifachen Punktgewinn der Arminen. Nach dem Erfolg hatte Okugawa nach der Partie zugegeben, "dass ich noch nie solange ohne drei Punkte gewesen bin". Es sei ein wichtiger Zeitpunkt gewesen, diese drei Punkte zu holen, denn so eine lange Durststrecke hätten einige in der Mannschaft noch nicht gehabt. "Wichtig ist jetzt nur, daran anzuknüpfen und weiter aufzubauen", so der Japaner.