Funkels Aufholjagd mit Köln startet ausgerechnet in Leverkusen

Friedhelm Funkel

Funkels Aufholjagd mit Köln startet ausgerechnet in Leverkusen

Sechs Endspiele stehen für den 1. FC Köln und den neuen Trainer Friedhelm Funkel noch auf dem Programm. Los geht es am Samstag ausgerechnet bei Bayer Leverkusen. Während das Derby dem FC schon einmal als Startschuss diente, hat Funkel keine guten Erinnerungen an die Werkself.

Eigentlich hatte Friedhelm Funkel nach der Beurlaubung bei Fortuna Düsseldorf im Januar 2020 seine Karriere für beendet erklärt. Vorausgegangen war ein 0:3 bei Bayer Leverkusen. Doch jetzt ist er zurück auf der Trainerbank, will dem 1. FC Köln in den letzten sechs Spielen doch noch zum Klassenerhalt verhelfen. Seine erste Aufgabe: Das rheinische Derby in Leverkusen.

Das Ergebnis sollte aus Sicht der Geißböcke diesmal zwingend ein anderes sein. Sonst droht man in der Tabelle den Anschluss zu verlieren.

Funkel über sein erstes Geisterspiel: "Werde mich nie daran gewöhnen" Sportschau 16.04.2021 01:00 Min. Verfügbar bis 16.04.2022 Das Erste

Vergangene Saison als Blaupause

Dass so ein Derbysieg Kräfte mobilisieren kann, haben die Kölner in der vergangenen Saison bewiesen. Mit einem 2:0 gegen eben jene Werkself begann damals der Zwischenspurt mit acht Siegen aus den folgenden elf Spielen, durch den der FC vom letzten bis auf den zehnten Platz kletterte.

Eine ähnliche Erfolgsgeschichte müsste jetzt wieder her, denn der 1. FC Köln steht erneut mit dem Rücken zur Wand. Verteidiger Rafael Czichos setzt auf den Funkel-Effekt: "Wir müssen den Schwung des Trainerwechsels auf dem Platz zeigen, nicht 99,9 sondern 100 Prozent geben."

Auch bei Bayer hakt es offensiv

Obwohl der Leverkusener Kader "qualitativ natürlich besser besetzt" sei, sieht Czichos für sein Team durchaus Chancen. Denn auch Bayer mache "keine leichte Zeit durch". Zwar startete der neue Trainer Hannes Wolf mit einem Sieg gegen Schalke, doch schon die zähe Nullnummer in Hoffenheim versetzte der Aufbruchsstimmung einen erneuten Dämpfer.

Ob Köln das ausnutzen kann - fraglich. Denn für einen Sieg müssten Tore her. Das hat auch Funkel erkannt: "Wir müssen bereit sein, mehr Risiko zu gehen." Der FC hat in dieser Saison erst 27 Treffer erzielt, die drittwenigsten der Liga.

Reservisten wittern neue Chance

Vielleicht zieht Funkel gegen Bayer ja eine Überraschung aus dem Ärmel - schließlich bietet so ein Trainerwechsel auch den zuletzt nicht berücksichtigten Spielern immer eine neue Chance.

Da wäre etwa Max Meyer, der sich unter Gisdol kaum zeigen durfte. Das könnte sich schnell ändern, da Ondrej Duda gelbgesperrt ausfällt. Auch Emmanuel Dennis, der vom Ex-Coach zuletzt mehrfach öffentlich kritisiert und am Ende sogar aus dem Kader geschmissen wurde, darf auf Einsatzzeit hoffen.

Schaffen die Kölner tatsächlich den Derbysieg, wäre das für Funkel auch eine späte Genugtuung - nicht nur für das 0:3 vor 447 Tagen. Der Trainer verlor in seinen letzten beiden Spielzeiten mit Düsseldorf alle vier Duelle gegen Bayer. Vielleicht hat er mit Köln ja jetzt mehr Glück.

Stand: 16.04.2021, 13:58