Lustlos Auftritte - Köln und Dortmund in der Kritik

Kölns Anthony Modeste ärgert sich

Lustlos Auftritte - Köln und Dortmund in der Kritik

  • Der 1. FC Köln mit kraft- und lustlos Auftritt an der Weser
  • Dortmund schenkt Spiel gegen Hoffenheim her
  • Beide Teams haben dadurch ihr Image arg rampuniert

Borussia Dortmund und der 1. FC Köln stehen nach ihren lustlosen Auftritten im Saisonfinale am Pranger. Während die Geißböcke durch ihr peinliches 1:6 bei Werder Bremen den Kampf um den Klassenerhalt beeinflussten, griff der BVB durch das 0:4 gegen die TSG Hoffenheim in die Entscheidung um die Europacupplätze ein.

Viele Worte, keine Taten

Dabei hatte sich die Elf von Trainer Markus Gisdol in Bremen einiges vorgenommen. Gegen das bis dahin schlechteste Heimteam der Liga sollte die Negativserie endlich beendet werden. Von "Verantwortung" gegenüber den anderen Teams war im Vorfeld die Rede. Und schließlich ging es für den FC auch noch um jede Menge TV-Gelder.

Doch Taten folgten den Worten keine. Von Anfang an ergaben sich die Kölner am Samstag (27.06.2020) ihrem Schicksal. Es war ein kraft-, lust- und willenloser Auftritt der gesamten Mannschaft. Die FC-Profis können noch von Glück reden, dass den Düsseldorfern ebenfalls die Nerven versagten. Sonst wäre die Kritik an ihnen wohl noch deftiger ausgefallen.

Während Kölns Marco Höger nach dem Spiel die Nicht-Leistung zumindest einräumte ("Das ist scheiße, was wir heute abgespult haben"), nahm Gisdol seine Mannschaft noch in Schutz. Der FC-Coach betonte, wie schwierig die Woche für die Spieler gewesen sei. Dass der Fokus aufgrund des tragischen Todes von Jonas Hectors Bruder Lucas verloren gegangen sei. Eine Erklärung, die grundsätzlich wohl jeder verstehen kann. Am Tag vor dem Spiel hatte Gisdol allerdings noch betont, wie gelöst und locker die Mannschaft trainiert habe.

Fortuna: "Selbst ist der Mann"

Die Düsseldorfer wollten sich öffentlich nicht auf den Rivalen vom Rhein einschießen. "Ich habe immer gesagt: Selbst ist der Mann", sagte Fortuna-Trainer Uwe Rösler nach dem 0:3 bei Union Berlin.

Angefressener waren da schon die Wolfsburger, die durch den Hoffenheimer Sieg noch auf Rang sieben abrutschten. "Ich hätte nicht gedacht, dass Dortmund so spielt. 0:4, was soll man dazu noch sagen?", war Maximilian Arnold bedient. VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke wollte zwar "niemanden anklagen", er betonte jedoch vielsagend, der letzte Spieltag habe "eine enorme Aussagekraft über jede einzelne Mannschaft".

BVB charakterschwach?

Hans-Joachim Watzke

Hans-Joachim Watzke

Ist der BVB also charakterschwach? Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke wehrte sich im Doppelpass am Sonntag trotzig gegen die diese Andeutung: "Wenn ich selber 0:4 verloren hätte, würde ich lieber die Klappe halten." Was Watzke verschwieg: Anders als Dortmund zog Bayern München beim 4:0-Sieg in Wolfsburg voll durch.

Festzuhalten bleibt: Hätten Köln und Dortmund jeweils 0:1 verloren, wäre die Abschlusstabelle dieselbe geblieben. Die Art und Weise, wie beide Mannschaften ihr Saisonfinale abschenkten, war aber nicht nur blamabel, sondern hat auch das eigene Image arg ramponiert.

Favre nach Niederlage: "Wir haben unser Ziel erreicht" Sportschau 27.06.2020 01:24 Min. Verfügbar bis 27.06.2021 Das Erste

cl/sid | Stand: 28.06.2020, 14:31