Das neue Selbstbewusstsein des Jhon Cordoba

Köln-Stürmer Jhon Cordoba (r.) im Rheinderby gegen Düsseldorf

Das neue Selbstbewusstsein des Jhon Cordoba

Von Julian Tilders

  • Elfmeter-Zoff zwischen Cordoba und Uth im Rheinderby
  • Kolumbianer ist Stürmer Nummer eins beim 1. FC Köln
  • Cordoba-Entwicklung in Köln mit Anlaufzeit

Jhon Cordoba strotzt vor Selbstbewusstsein. Das hat am Sonntag (24.05.2020) auch Mark Uth zu spüren bekommen. Im Rheinderby gegen Fortuna Düsseldorf (2:2) bekam der 1. FC Köln einen Elfmeter, Cordoba und Uth zofften sich um die Ausführung. Uth setzte sich durch - und verschoss. Nach dem Spiel zeigte sich Uth verärgert über den Streit und kritisierte eine fehlende interne Absprache.

FC-Trainer Markus Gisdol sagte zum Elfmeter-Zoff: "Ich finde es positiv, wenn du Spieler hast, die sich aufdrängen. Jhon ist da als Stürmer natürlich impulsiv." Dennoch sei es für ihn klar gewesen, dass Uth schießt.

Cordoba erarbeitet sich Glanzmoment

Ob nun beim nächsten Strafstoß Cordoba antreten darf, womöglich schon im nächsten Spiel gegen Hoffenheim (Mittwoch, 20.30 Uhr)? Jedenfalls erarbeitete sich der 27-Jährige doch noch seinen Glanzmoment, als er in der Nachspielzeit zum Ausgleich einköpfte. "Der Punkt war Gold wert", beteuerte FC-Geschäftsführer Horst Heldt, der mit der "Art und Weise", jedoch nicht zufrieden war. Köln war lange einem 0:2-Rückstand gegen Fortuna Düsseldorf hinterhergelaufen.

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Sportschau 24.05.2020 00:19 Min. Verfügbar bis 24.05.2021 ARD

Nach Toren gleichauf mit Gnabry und Reus

Cordoba, der diese "Art und Weise" durch sein elftes Saisontor ein Stück weit kaschierte, ist beim 1. FC Köln unangefochtener Stürmer Nummer eins. In der Torschützenliste liegt er auf Platz fünf, unter anderem gleichauf mit Bayern Münchens Serge Gnabry und Borussia Dortmunds Marco Reus. Der physisch starke Angreifer erzielte zehn seiner elf Tore unter Trainer Gisdol, der Mitte November auf Achim Beierlorzer folgte.

Entwicklung bei Cordoba erkennbar

Dabei war der Kolumbianer, der im Sommer 2017 nach dem Europapokal-Einzug des FC für 17 Millionen Euro von Mainz 05 kam, beinahe als Flop abgestempelt worden. In seiner ersten FC-Saison traf er in der Bundesliga kein einziges Mal, Köln stieg ab. Im Zweitliga-Jahr kam dann doch noch der Durchbruch: 20 Tore steuerte er zum Wiederaufstieg bei.

Nun steht Cordoba im deutschen Fußball-Oberhaus erstmals in seiner Karriere bei einer zweistelligen Trefferanzahl. Aktuell stellt er sogar Ex-Europapokal-Held Anthony Modeste in den Schatten, auf den sich 2018 nach seiner Rückkehr vom China-Abenteuer ursprünglich mal die Hoffnungen der FC-Fans konzentriert hatten.

Modeste traf nach seiner Einwechselung im Rheinderby zum wichtigen 1:2, leistete quasi die Vorarbeit für Cordobas großen Moment. Doch er kommt in dieser Saison auf lediglich zwei Tore und deutlich weniger Spielzeit als Cordoba. Dies trifft auch auf Simon Terodde (drei Tore) zu.

Noch bis Sommer 2021 in Köln?

Cordobas Kontrakt läuft noch bis Sommer 2021 - in Köln würden sie ihn gerne noch länger behalten. Ob er auch Begehrlichkeiten bei anderen Klubs geweckt hat, könnte sich im kommenden Transferfenster zeigen. In einer Kolumne des "kicker"-Fachmagazins brachte Ex-Fußballprofi Dietmar Hamann Cordoba gar schon als kostengünstige Option für die Bayern ins Spiel. Dass der sich durchbeißen kann, hat er in Köln zwar bewiesen. Aber ob er sich freiwillig wieder irgendwo hinten anstellen würde, ist kaum vorstellbar.

Stand: 25.05.2020, 17:23