1. FC Köln meldet Millionenverlust und will Hilfe vom Staat

Alexander Wehrle

Geschäftsbericht 2019/20 vorgelegt

1. FC Köln meldet Millionenverlust und will Hilfe vom Staat

Der 1. FC Köln meldet für das Geschäftsjahr 2019/20 einen Verlust von etwa 24 Millionen Euro. Um einen Kredit zu besichern, beantragte der Fußball-Bundesligist eine Bürgschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Einen entsprechenden Bericht des "Handelsblatts" bestätigte Finanz-Geschäftsführer Alexander Wehrle am Mittwoch (31.03.2021). Der Kredit über 20 Millionen Euro bei der Hausbank laufe sechs Jahre. In den ersten beiden Jahren müsse der Verein nur Zinsen zahlen, in den vier Jahren danach zahle er je fünf Millionen Euro ab.

"Wir haben uns relativ spät dazu entschieden, weil wir versucht haben, es mit eigenen Mitteln zu schultern. Aber mit insgesamt rund 63 Millionen Umsatzverlust kommt man als mitgliedergeführter Verein nicht daran vorbei", sagte Wehrle.

Auch Schalke 04 und Werder Bremen hatten in den vergangenen Monaten schon staatliche Hilfe in Anspruch genommen. Der VfB Stuttgart geht mit einem Kredit bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), einer Anstalt des öffentlichen Rechts, einen ähnlichen Weg.

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WDR 2 Einfach Fußball 11.03.2021 58:59 Min. Verfügbar bis 11.03.2022 WDR Online


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122,5 Millionen Euro Umsatz

Für die Saison 2019/20 präsentierte Wehrle bei einem Umsatz von 122,5 Millionen Euro einen Verlust von 23,8 Millionen Euro nach Steuern. Der Umsatzverlust durch Corona zwischen März und Juni 2020 habe 13 Millionen Euro betragen. In der laufenden Saison müsse der Verein laut Wehrle mit Umsatzverlusten von bis zu 50 Millionen Euro rechnen.

Trotz der Pandemie verfüge der 1. FC Köln aber über ein "sehr stabiles Eigenkapital" von 14,8 Millionen Euro, betonte Wehrle. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Eigenkapital aber mehr als halbiert.

Weitere Kredite geplant

Um die Probleme zu schultern, hat der Verein zudem mit seiner Hausbank eine Betriebsmittellinie bis zum 30. Juni 2022 vereinbart, sicherte sich ein bis zum 30. Juni 2023 laufendes Darlehen über fünf Millionen Euro und will sogenannte Mezzanine-Kredite aufnehmen.

Bei diesen werden die Anleger im Fall einer Insolvenz erst nach den klassischen Gläubigern wie Banken bedient. Dafür erhalten sie wiederum eine höhere Verzinsung ihres Einsatzes. Diese Kredite werden noch bis zum 30. Juni 2021 eingesammelt, am Ende soll ein zweistelliger Millionenbetrag stehen.

Die Anleger hätten laut Wehrle "kein Mitspracherecht und Einflussmöglichkeiten".

dpa/sid/red | Stand: 31.03.2021, 14:02