Kai Havertz - Zwangspause zur richtigen Zeit?

Kai Havertz von Bayer Leverkusen

Kai Havertz - Zwangspause zur richtigen Zeit?

Von Bastian Hahne

  • Havertz verpasst Länderspiele wegen Verletzung
  • Leverkusener läuft seiner Form hinterher
  • Großes Vertrauen von Trainer und Verein

Standesgemäß beendete Kai Havertz die vergangene Saison beim 5:1-Erfolg von Bayer Leverkusen bei Hertha BSC: mit einem Tor. Es war der vierte Treffer im vierten Spiel in Folge, das elfte Tor in der Rückrunde und das 17. Tor der Saison für den mittlerweile 20-Jährigen.

Wettbewerbsübergreifend kam Havertz auf 20 Tore und sieben Vorlagen in 42 Spielen - überragende Werte, die seinen kolportierten Marktwert in den dreistelligen Millionenbereich schießen ließen und Interesse bei den großen Klubs Europas weckte.

Flaute seit Ende September

Ein knappes halbes Jahr später ist der Offensivspieler kaum wiederzuerkennen. In 16 Einsätzen in Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal stehen vier Scorerpunkte (drei Tore, eine Vorlage) zu Buche, die letzten zwei davon sammelte er bereits Ende September in Augsburg (3:0).

Seitdem herrscht bei dem eigentlich so torgefährlichen Mittelfeldspieler Flaute, zudem wirkte er gehemmt und frustriert, weil ihm nicht mehr viel gelingt. In Eins-gegen-eins-Situationen bleibt Havertz oft hängen und die Zuspiele, die ihn bisher in aussichtsreicher Position erreichten, kommen im holprigen Leverkusener Offensivspiel nicht mehr bei ihm an.

Erste Muskelverletzung

Am Sonntag musste das Talent beim 2:0 in Wolfsburg mit einem Muskelfaserriss im linken Oberschenkel ausgewechselt werden und die anstehenden Länderspieler der deutschen Nationalmannschaft absagen. Es ist die erste Muskelverletzung seiner Profikarriere. Möglicherweise kommt diese Zwangspause zur richtigen Zeit für den Leverkusener, der in dieser Hinrunde erst ein Pflichtspiel seines Vereins krankheitsbedingt verpasste und ansonsten stets in der Startelf stand.

Vertrauen im Verein

Trotz Formschwäche setzt Bayer-Trainer Peter Bosz konsequent auf den wohl wertvollsten Spieler im Kader, auch wenn dieser es zuletzt selten mit guten Leistungen zurückzahlte.

Auch Geschäftsführer Rudi Völler vertraut weiter ins das Eigengewächs: "Ich habe mir nie Sorgen um Kai gemacht", sagte Völler dem Kölner Stadt-Anzeiger. "Jeder weiß, was er kann. Spieler wie ihn gibt es selten. Kai kann offensiv jede Position spielen, und alles sieht leicht aus bei ihm. Aber so einfach ist es nicht. Bei Messi sieht es auch einfach aus und bei Robert Lewandowski auch. Aber es ist nicht so leicht."

Nach 1.376 Spielminuten in dieser Hinrunde bekommt Havertz nun also eine knapp zweiwöchige Pause verordnet, die ihm vielleicht zu neuen Kräften verhelfen wird.

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