Cuisance-Wechsel sorgt für Kopfschütteln

Michael Cuisance (r.) beim Testspiel gegen den FC Chelsea

Cuisance-Wechsel sorgt für Kopfschütteln

  • Deutliche Kritik von Trainer Rose und Manager Eberl
  • Cuisance forderte Stammplatzgarantie
  • Eberl: Vorfall "in den elf Jahren als Sportdirektor einmalig"

Der überraschende Wechsel von Michael Cuisance zum FC Bayern München hat in Mönchengladbach Unverständnis und Kritik hervorgerufen. "Er ist ein talentierter Spieler, der aber noch viel lernen muss. Ich hatte zuletzt den Eindruck, Gladbach ist ihm zu klein geworden", sagte Mönchengladbachs neuer Trainer Marco Rose.

Cuisance forderte Stammplatzgarantie

Die Vorgehensweise des 20 Jahre alten Franzosen, der eine Stammplatzgarantie gefordert hatte, wurde heftig kritisiert. "Ich denke, dass er einige Verhaltensweisen, die er bei uns an den Tag gelegt hat, sicher nicht bei seinem neuen Arbeitgeber an den Tag legen wird", sagte Rose. "So ein Verhalten geht bei uns hier einfach auch nicht", betonte der Coach.

Rose: "Transfer war für uns unabdingbar" Sportschau 18.08.2019 00:46 Min. Verfügbar bis 18.08.2020 Das Erste

Auch Max Eberl, der den talentierten Mittelfeldspieler 2017 für einen kleinen sechsstelligen Betrag von AS Nancy verpflichten konnte, kann die Entscheidung nicht nachvollziehen. "Das hat mich überrascht, aber das ist ja nicht meine Entscheidungsfindung. Ein junger Spieler muss spielen und ich glaube, dass die Bayern einen hervorragenden Kader haben. Da wird es für einen jungen Spieler nicht einfacher zu spielen als bei uns", sagte Gladbachs Sportdirektor.

Vertrag bis Sommer 2024 bei Bayern

In München unterschrieb der Mittelfeldspieler einen Vertrag über fünf Jahre bis zum Sommer 2024. "Ich weiß, dass dies ein sehr großer Schritt für mich ist. Aber ich fühle mich bereit und bin sehr stolz, künftig das Trikot des FC Bayern tragen zu dürfen", sagte der U20-Nationalspieler.

Eberl betonte, dass Cuisance ein guter Spieler sei. "Aber sein Wille war ein anderer. Kein anderer Spieler hat von uns in den vergangenen 13 Monaten so viel Aufmerksamkeit bekommen. Wir haben alles versucht", meinte Eberl. "Aber wenn einer seine Chance nicht nutzen will, dann geht es eben auch nicht. Bevor es böses Blut gibt, muss man halt eine Entscheidung fällen", sagte der Sportdirektor.

Ablöse wird auf zehn Millionen Euro geschätzt

Mit geschätzten zehn Millionen Euro haben die Gladbacher immerhin einen finanziellen Gewinn mit der Personalie gemacht. "Aber diese Geschichte ist für mich in den elf Jahren als Sportdirektor einmalig", meinte Eberl.

Gladbach-Trainer Rose: "Ich würde Euphorie nie einbremsen"

Sportschau 11.07.2019 02:51 Min. Verfügbar bis 11.07.2020 ARD Von WDR-Reporter Ulli Schäfer

dpa/red | Stand: 18.08.2019, 13:52