Matthias Ginter und Denis Zakaria

Fußball | Bundesliga

Eberl muss Gladbachs Kader neu aufstellen

Stand: 29.12.2021, 17:38 Uhr

Die angekündigten Abgänge von Matthias Ginter und Denis Zakaria bringen Wind in die Kaderplanungen von Borussia Mönchengladbach.

Von Michael Buchartz

Auf Gladbach-Sportdirektor Max Eberl kommen vermutlich viele Telefonate und arbeitsreiche Tage zu. "Wir wollten Klarheit bis zum Ende des Jahres", hatte er bezüglich diverser Wechsel-Spekulationen gefordert. Die Klarheit hat er nun: Der Kader von Borussia Mönchengladbach wird sich nach der Ankündigung der Abgänge Ginters und Zakarias im Sommer verändern müssen.

Kaum Kaderbewegung in den letzten Jahren

Doch vielleicht ist die Sommer-Veränderung genau das, was der Verein braucht. Einige Spieler würden sich zu sehr mit "neuen Arbeitgebern" beschäftigen, hatte bespielsweise die aktive Fan-Szene vor kurzem in einem Statement bemängelt. "Frischer Wind" wurde auch von diversen Experten gefordert.

Das Grundgerüst bilden in der Tat seit Jahren die gleichen Spieler, zu denen auch Ginter und - aufgrund von Verletzung mit Abstrichen - Zakaria gehören. Im Sommer 2019 hatte Gladbach zuletzt groß auf dem Transfermarkt zugeschlagen und mit Stefan Lainer, Ramy Bensebaini, Marcus Thuram und Breel Embolo vier Spieler für insgesamt über 40 Millionen Euro verpflichtet.

Gladbach muss günstige Alternativen finden

"Wir können keine Riesentransfers tätigen", hatte Eberl mit Blick auf Corona im Sommer betont. Nun wird er 2022 eventuell quasi dazu gezwungen, obwohl Gladbach keine Ablöse für seine beiden Schlüsselspieler erhält.

Aus Eberls Sicht ist es ein schwerer Schlag: Spieler von der Qualität eines Ginter oder Zakaria werden im Sommer vermutlich für die Borussen kaum umsonst zu kriegen sein. Ob große Transfers aufgrund der Corona-Pandemie möglich sind, erscheint aktuell zumindest erneut zweifelhaft.

Matthias Ginter verlässt Mönchengladbach

Sportschau 29.12.2021 00:57 Min. Verfügbar bis 29.12.2022 Das Erste


Große Vereine mit Interesse an Ginter und Zakaria?

Andererseits hat der Sportdirektor in den letzten 13 Jahren gezeigt, dass er Abgänge kompensieren und neue Spieler am Niederrhein zu Leistungsträgern und höheren Marktwerten entwickeln konnte. Die beiden Abwanderer sind das beste Beispiel dafür.

Aus Ginters und Zakarias Sicht dürfte der Wechsel im Sommer ziemlich sicher ein sportlicher Fortschritt zur aktuellen Situation in Gladbach sein. Sie können sich voraussichtlich international präsentieren - die Borussia steht momentan nur auf Rang 14. Als neue Arbeitgeber werden allerhand europäische Schwergewichte gehandelt: An Ginter sollen beispielsweise Borussia Dortmund, der FC Barcelona, Atletico Madrid und Inter Mailand interessiert sein. Bei Zakaria soll ebenfalls der BVB seine Fühler ausgestreckt haben, dazu Juventus Turin oder der AS Rom.

Eberl: "Fokus auf die Rückrunde"

Eberl zeigte aber nach Bekanntgabe des Ginter-Abgangs ein bisschen Zweckoptimismus und verspricht sich nun eine starke Rückrunde des Innenverteidigers: "Er muss nun richtig gute Leistungen zeigen, um einen neuen Verein zu finden. Er will im Winter schließlich zudem zur WM." Erstmal steht aber die besagte Rückrunde an. "Ich will, dass sich alle auf den Verein und die Rückserie fokussieren", appellierte der Sportdirektor noch einmal.