Gladbach - Pléa-Rot im Topspiel sorgt für Diskussionen

Schiedsrichter Tobias Stieler (l.) zeigt Gladbach-Stürmer Alassane Pléa Gelb-Rot

Gladbach - Pléa-Rot im Topspiel sorgt für Diskussionen

  • Diskussionen über Platzverweis gegen Gladbachs Pléa
  • Gelb-Rot nach Unsportlichkeit beim Spiel in Leipzig
  • Borussia-Vertreter kritisieren die Entscheidung
  • DFB stärkt dem Referee den Rücken
  • Mönchengladbach kassierte noch den 2:2-Ausgleich

Nach dem verspielten Sieg beim Topspiel am Samstag (01.02.2020) in Leipzig, wo es nur zu einem 2:2 reichte, gibt es für Borussia Mönchengladbach vor allem ein Thema: den Platzverweis für Alassane Pléa wegen Meckerns.

Beim Stand von 2:1 für die Borussia hatte Pléa nach einem Zweikampf ein Foulspiel seines Gegenspielers moniert und heftig reklamiert. Schiedsrichter Tobias Stieler zeigte dem Franzosen in der 60. Minute dafür zunächst Gelb. Pléa ärgerte sich weiter, zweimal winkte er abfällig in Richtung Stieler ab. Der Referee reagierte und zeigte die Gelb-Rote Karte.

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Sportschau 02.02.2020 05:12 Min. Verfügbar bis 02.02.2021 ARD

Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer zeigt eine Gelbe Karte

Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer zeigt eine Gelbe Karte

Gladbach-Sportdirektor Max Eberl schimpfte, die Spieler dürften nicht zu "Zinnsoldaten" werden, "die nur auf dem Platz zu funktionieren haben". Gladbach-Spieler Jonas Hofmann monierte fehlendes "Fingerspitzengefühl" bei Stieler, und selbst RB-Trainer Julian Nagelsmann sagte, er hätte die Gelb-Rote Karte "nicht zwingend gegeben".

Für den Schiedsrichter-Experten Thorsten Kinhöfer geht die Entscheidung in Ordnung: "Ich halte die Gelb-Rote Karte für völlig angemessen", sagte der frühere FIFA-Schiedsrichter am Sonntag im ARD-Hörfunk. Pléas Verhalten sei ein "Unding".

Regel-Auslegung durch DFB angepasst

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte vor dem Rückrundenstart die Klubs informiert, dass Unsportlichkeiten wie abwertende Gesten mit einer Gelben Karte geahndet werden können. Dies sei eine bestehende Regel, die konsequenter verfolgt werde, hieß es. Hintergrund ist, dass Bundesliga-Spieler keine schlechten Vorbilder für Amateurfußballer abgeben sollen.

Darauf bezog sich auch Stieler, der seine Entscheidung verteidigte: "Wir müssen ein Zeichen setzen", sagte er. Er sprach von einer "Respektlosigkeit" Pléas. Den Akteuren attestierte Stieler generell ein "erlerntes Verhalten". "Ich hoffe sehr, dass schnellstmöglich ein Umdenken stattfinden wird." Beleidigende Worte seien nicht gefallen.

Der DFB stärkte dem Referee den Rücken: "Wir haben eine klare Linie zum Vorgehen gegen Unsportlichkeiten im Vorfeld der Rückrunde definiert und kommuniziert. Beiden Gelben Karten gegen Pléa lagen klare Unsportlichkeiten zugrunde", sagte Peter Sippel, Leiter Training und Qualifizierung im DFB, am Sonntag in einer Verbandsmitteilung.

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Gladbach-Coach Marco Rose, der nach der Szene selbst Gelb sah, sagte, dass Bundesliga-Akteure nicht dafür verantwortlich seien, "dass in unteren Ligen Leute geschlagen werden. Wir schlagen niemanden", sagte er. "Wir sind einfach emotional. Manchmal ist das zu viel, dafür werden wir auch bestraft."

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Stand: 02.02.2020, 12:45