FC braucht wieder den "Gisdol-Effekt" in Augsburg

Kölns Trainer Markus Gisdol

FC braucht wieder den "Gisdol-Effekt" in Augsburg

Von Michael Buchartz

  • 1. FC Köln am Sonntag (07.06.2020) in Augsburg
  • Parallen zu bisherigen Stationen Gisdols
  • Auch bei einer Niederlage bleibt ein Punktepolster

Am Sonntag (07.06.2020) beschließt der 1. FC Köln mit seinem Spiel in Augsburg den 30. Spieltag. Bei einem Sieg wären die Geißböcke quasi sicher im nächsten Jahr in der Bundesliga dabei. Markus Gisdol hätte dann erneut geschafft, was ihm schon mit dem HSV und Hoffenheim gelungen ist: Einen mausetoten Abstiegskandidaten wiederzubeleben. Allerdings ist der FC fünf Spiele sieglos. Ist der vor der Corona-Pause gefeierte "Gisdol-Effekt" wieder vorbei?

Gisdol bisher ohne langfristigen Erfolg

Ein Blick auf die bisherigen Stationen des Trainers zeigt: Langfristig hatte Gisdol bisher noch keinen großen Erfolg - ein Einbruch wäre also nichts Neues. Im Jahr 2013 übernahm er die TSG Hoffenheim am 28. Spieltag. Er führte die TSG noch in die Abstiegsrelegation und das Team rettete sich zum Klassenerhalt. Es folgten danach zwei grundsolide Spielzeiten. Doch der Abwärtstrend kam: Im Frühjahr 2015 verspielte die TSG mit fünf Niederlagen in den letzten acht Partien die Chance auf Europa. Kurz darauf war für Gisdol in der kommenden Spielzeit Schluss.

Rund ein Jahr später tauchte er wieder auf der Bundesliga-Bühne auf: Erneut sollte Gisdol der Heilsbringer sein, denn der Hamburger SV war Letzter - 2:12 Tore und nur ein Punkt sprachen eine deutliche Sprache. Aber "Feuerwehrmann" Gisdol regelte es auf seine Art und führte die Hanseaten mit starken 25 Punkten in der Rückrunde zum Klassenerhalt. Der Effekt hielt wieder nicht an: In der kommenden Saison konnte sich Gisdol nur bis zum 19. Spieltag beim HSV halten. Nach mageren 15 Punkten trennte sich der spätere Absteiger vom Trainer.

Gleiche Probleme beim FC?

Das Szenario am Rhein weist nun erstaunliche Parallelen auf. Gisdol kam zum FC in höchster Not. Nach drei sieglosen Spielen schien der Coach den FC auf ein neues Level zu hieven: Acht von zehn Spielen gewannen die Rheinländer. Nur gegen die Spitzenteams aus Dortmund und München konnte man nicht mithalten. Seit der Corona-Pause läuft es nicht mehr am Rhein. Nur zwei Punkte aus den letzten fünf Spielen holte Köln.

Und so warnt Sportchef Horst Heldt schonmal vorsichtshalber: "34 Punkte werden nicht reichen, um in der Liga zu bleiben". Auch Gisdol weiß, dass man "zwar alles selbst in der Hand habe", aber dennoch ein paar restliche Zähler benötige.

Denn sollte der Abwärtstrend weitergehen, könnte es für die Kölner zwar trotzdem zum Klassenerhalt reichen - um Gisdols Zukunft aber womöglich trotzdem Diskussionen aufkommen.

Gisdol: "Das Spiel mit Zuschauern - dann wär hier einiges los gewesen"

Sportschau 01.06.2020 00:26 Min. Verfügbar bis 01.06.2021 ARD

Stand: 04.06.2020, 14:51