Ginter: "Hoffe, dass diese Solidarität Bestand hat"

Matthias Ginter im Interview mit Tom Bartels

Ginter: "Hoffe, dass diese Solidarität Bestand hat"

Matthias Ginter hat am Sonntag (29.03.2020) in der Sendung "SWR Sport" mit Moderator Tom Bartels über die aktuelle Situation bei Borussia Mönchengladbach und in der Fußballwelt gesprochen. Er hofft, dass die Solidarität auch nach der Corona-Krise bleibt.

SWR: Wie ist die aktuelle Situation bei Borussia Mönchengladbach?

Matthias Ginter: „Bei uns am Trainingsgelände ist nichts los, wo eigentlich hunderte Mitarbeiter sind. Es ist gespenstisch. Wir haben Hausaufgaben bekommen, die wir zu Hause erledigen müssen. Jede Woche gibt es einen neuen Trainingsplan für uns. Und jetzt warten wir ab, wie es weiter geht.

SWR: Borussia Mönchengladbach war die erste Mannschaft, die auf Teile des Gehalts verzichtet hat. Wie ist es dazu gekommen?  

Matthias Ginter: „Wir haben uns im Mannschaftsrat zusammengesetzt und uns beraten, wie wir dem Verein helfen können. Dann haben wir uns mit Max Eberl und Stephan Schippers zusammengesetzt. Sie haben uns nochmal vorgerechnet, was für Verluste drohen allein durch Zuschauereinnahmen, durch Fernsehgelder und durch das Horrorszenario, falls die Saison nicht zu Ende gespielt werden sollte. Und natürlich war uns allen dann klar, dass wir helfen wollen. […] Ich glaube auch, dass das ein gutes Zeichen war. Gerade auch für die ganzen Mitarbeiter, die ihre Familie ernähren müssen, die ihre Miete zahlen müssen, die auch nicht genau wissen, wie es für sie weitergeht.“

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SWR: Sie waren als Nationalspieler dabei, als es die Terroranschläge in Paris gab. Sie waren als BVB-Spieler dabei, als ein Anschlag auf den Bus verübt wurde. Jetzt erleben sie die Corona-Krise. Wie hat Sie das verändert?

Matthias Ginter: „Es zeigt immer wieder, dass Fußball nicht alles ist, dass es wichtigere Dinge als Fußball gibt. [...] Und dazu zählt die Gesundheit und die Sicherheit […]. Solche Situationen zeigen einfach, wie unwichtig der Sport sein kann.“

SWR: Sie haben mit der Nationalmannschaft 2.5 Millionen Euro Spenden gesammelt. Wem wird geholfen?

Matthias Ginter: „Die nächsten Tage wird beschlossen, für was die 2.5 Millionen als Soforthilfe angedacht sind. [...] Auch mit meiner Stiftung, die im Raum Freiburg aktiv ist, versuche ich, Projekte zu unterstützen. Wir sind zum Beispiel momentan dabei, mit dem Oberbürgermeister verschiedene Projekte für Kinder zu planen. Weil die aktuell nicht in die Schule gehen können, versuchen wir eine Bibliothek auf Rädern nach Hause zu bringen.

SWR: Glauben Sie, dass irgendetwas bleiben wird aus der Zeit, die wir gerade erleben?

Matthias Ginter: „Es ist sehr wichtig, dass wir alle etwas dafür tun, diese Gemeinschaft und Solidarität beizubehalten. […] Ich hoffe, dass diese Gemeinschaft, diese Solidarität Bestand hat. Trotzdem wissen wir alle, wie der Fußball tickt. Natürlich ist er sehr schnelllebig.

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Stand: 29.03.2020, 23:09