Gladbach in Mainz: Svenssons Reise in die unrühmliche Vergangenheit

Gladbachs Trainer Hütter über Auswärtsschwäche: "Müssen anders auftreten" Sportschau 03.11.2021 01:21 Min. Verfügbar bis 03.11.2022 Das Erste

Gladbach in Mainz: Svenssons Reise in die unrühmliche Vergangenheit

Von Lukas Thiele

Anderthalb Jahre lang schnürrte der heutige Mainzer Trainer Bo Svensson die Schuhe für Borussia Mönchengladbach. Sein Abgang war jedoch unrühmlich. Am Freitag kommt es zum Wiedersehen.

Der 8. Februar 2006 war vermutlich ein freudiger Tag für Bo Svensson. Rund eine Woche zuvor war der Norweger vom FC Kopenhagen nach Deutschland gewechselt und bestritt an diesem 8. Februar sein erstes Bundesliga-Spiel im Trikot von Borussia Mönchengladbach. Der Gegner damals war der FC Schalke 04. Svensson, damals 26 Jahre alt, lief als Innenverteidiger auf, stand 90 Minuten auf dem Platz und sorgte mit dafür, dass der Gladbacher Kasten sauber blieb. Weil aber auch Borussias Stürmer nicht trafen, hieß es am Ende 0:0.

Der 19. Mai 2007 war vermutlich kein freudiger Tag für Bo Svensson. Die Borussia verlor mit 0:2 beim VfL Bochum und stieg aus der Bundesliga ab. Svensson saß 90 Minuten auf der Bank. In der Saison 06/07 stand Svensson in nur 17 Partien auf dem Platz. Neun Mal stand er überhaupt nicht im Kader der damaligen Trainer Jupp Heynckes und Jos Luhukay.

Fans beschimpften ihn als Söldner

Dabei war Svensson vor allem bei den Fans beliebt, die ihn aufgrund seiner kühlen Art "Bo-Frost" nannten. Aber genauso unterkühlt verlief dann auch sein Abschied. Svensson wollte auf keinen Fall in die zweite Liga. Die Fans beschimpften ihn als Söldner. "Bo hat uns gesagt, dass er definitiv nicht mehr für Borussia spielen möchte und von der Ausstiegsklausel in seinem Vertrag Gebrauch machen will", sagte der damalige Gladbacher Sportdirektor Christian Ziege.

"Die Gladbach-Zeit war nicht gut für mich", sagte Svensson 2009 rückblickend. In der zweiten Liga ist er aber trotzdem gelandet, beim 1. FSV Mainz 05. Trotz einiger Startschwierigkeiten inklusive eines Achillessehnenanrisses bestritt Svensson 122 Pflichtspiele für die Mainzer und stieg 2009 mit dem FSV in die Bundesliga auf. 2014 beendete er seine aktive Karriere.

Svensson nun Trainer in Mainz

Die Mainzer haben auch dank Trainer Bo Svensson wieder neue Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt.

Heute ist Svensson zurück in Mainz, und zwar als Trainer. Und das auch sehr erfolgreich. In der vergangenen Rückrunde rettete er die Mainzer erst vor dem Abstieg. In dieser Saison liegen die Rheinhessen auf einem hervorragenden fünften Platz und damit fünf Plätze über Borussia Mönchengladbach. Das könnte sich am Freitag jedoch ändern. Denn Svensson und die Mainzer empfangen zum Auftakt des 11. Bundesliga-Spieltag die Borussia (20.30 Uhr). Für Svensson kommt es damit auch zum Duell mit seiner unrühmlichen Vergangenheit.

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Gladbach immer mehr in Fahrt

Mit einem Sieg könnten die Gladbacher in der Tabelle einen Sprung machen und die Mainzer sogar überholen. Nach einem holprigen Saisonstart unter dem neuen Trainer Adi Hütter kommen die Gladbacher nun immer mehr in Fahrt. So folgte nach der 5:0-Gala im Pokal gegen den FC Bayern München ein 2:1-Heimerfolg gegen den VfL Bochum.

Hütter warnte am Mittwoch jedoch vor den Mainzern: "Die Mannschaft spielt einen sehr gradlinigen, schnellen Fußball. Es ist nie einfach, in Mainz zu spielen. Trotzdem nehmen wir die Herausforderung gerne an", sagte der Österreicher. "Wir müssen klar sein und schnörkellos spielen. Dann werden sich für uns auch Möglichkeiten ergeben. Wenn wir aber taktisch nicht diszipliniert spielen, wird es in Mainz sehr schwierig für uns." 

Zakaria-Einsatz fraglich

Fraglich ist der Einsatz von Mittelfeldspieler Denis Zakaria, der aufgrund von Magen-Darm-Problemen am Mittwoch nicht trainieren konnte. "Es wird bei ihm ein Wettlauf gegen die Zeit. Wir müssen schauen, ob er die Reise nach Mainz mit antreten kann", sagte Hütter.

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Stand: 04.11.2021, 08:24