Funkel-Aussage löst Shitstorm aus, Reaktion des 1. FC Köln auch

Friedhelm Funkel

Funkel-Aussage löst Shitstorm aus, Reaktion des 1. FC Köln auch

Mit einer nebulösen Aussage über Leverkusener Spieler hat Friedhelm Funkel einen Shitstorm ausgelöst. Der 1. FC Köln reagierte mit einer Erklärung des neuen Trainers, aber auch die löste bei vielen Fans Kopfschütteln aus.

Nach dem 0:3 bei Bayer Leverkusen wurde Funkel beim Pay-TV-Sender "sky" nach den Gründen für die Niederlage gefragt. "Sie haben eine enorme Schnelligkeit durch ihre (Denkpause) - ja, den einen oder anderen Ausdruck darf man ja jetzt nicht mehr sagen - durch ihre Spieler, die halt so schnell sind", sagte der Trainer und schmunzelte.

Clips der Aussage verbreiteten sich schnell in den Sozialen Netzwerken mit dem Vorwurf, das sei eine rassistische Aussage. Funkel nannte zwar keine Namen, aber es lag nahe, dass er sich auf Leon Bailey und Moussa Diaby bezog. Beide sind nachweislich sehr schnell und erzielten zudem die Tore in dem rheinischen Duell. Bailey erzielte zwei Treffer, Diaby einen.

Empörung und Entlassungsforderungen

Die Reaktionen in den Sozialen Medien reichten von Empörung bis hin zu Entlassungsforderungen. Fans der Kölner aus den USA schrieben einen Offenen Brief an den Vorstand des Klubs, in dem sie aufriefen, den erst wenige Tage zuvor eingestellten Trainer "mit sofortiger Wirkung zu entlassen".

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Kölner Reaktion kann Wogen nicht glätten

Dass Funkel eine möglicherweise rassistische Umschreibung suchte, statt die Namen der Spieler zu nennen, löste einen Shitstorm aus, auf den Verein noch am Samstagabend reagierte.

"In dem Interview bei sky bezog ich mich einzig auf die Schnelligkeit von Leverkusens Spielern, nichts Anderes war gemeint, nichts Anderes wollte ich damit sagen", hieß es in der Erklärung, die erneut einen Shitstorm nach sich zog.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Die Erklärung sei "lächerlich", hieß es in den nahezu ausschließlich negativen Reaktionen. Moniert wird, dass der Verein sich nicht auf die Ausdrücke bezog, die Funkel selbst als problematisch ausmachte.

Funkel "überrascht" und "traurig"

Vielleicht kann man Funkel zugutehalten, dass das Interview unmittelbar nach Abpfiff stattfand und es sein erstes Spiel nach langer Pause war. "Ich weiß nicht mehr genau, was mir da durch den Kopf gegangen ist", sagte er. Er sei aber "weit, weit, weit davon entfernt, irgendjemanden anzugreifen" zu wollen.

Von den verärgerten Reaktionen zeigte sich Funkel derweil verwundert. "Ich bin total überrascht, dass ich da so angegriffen wurde. Und das hat mich auch ein Stück weit traurig gemacht", sagte der Kölner Trainer am Sonntagmorgen.

Bei WDR 2 schlug der 67-Jährige dann aber schon wieder versöhnlichere Töne an: "Wenn ich da missverstanden worden bin, tut es mir leid. Ich habe noch nie in meinem Leben einen Menschen verletzt. Weder verbal, noch indem ich ihn attackiert habe", beteuerte Funkel. Im Gegenteil: "Ich habe mit so vielen Spielern aus allen Kontinenten zusammengearbeitet. Die haben mich alle Papa genannt. Und das spricht doch für sich."

Funkel zu Rassismus-Vorwürfen: "Überhaupt nicht mein Ansatz gewesen, irgendjemandem weh zu tun"

Sportschau 18.04.2021 Verfügbar bis 18.04.2022 ARD Von Michael Dietz


Stand: 18.04.2021, 13:06