Fortuna trennt sich von Vorstandsboss Schäfer

Fortuna Düsseldorf Vorstandsvorsitzender Robert Schäfer

Fortuna trennt sich von Vorstandsboss Schäfer

  • Paukenschlag bei Fortuna Düsseldorf
  • Vorstandschef Schäfer muss vorzeitig gehen
  • Förmlicher Aufsichtsrats-Beschluss steht bevor
  • Vertrag war erst 2018 bis 2021 verlängert worden

Fußball-Bundesligist Fortuna Düsseldorf löst den Vertrag mit Vorstandschef Robert Schäfer vorzeitig auf. Der Aufsichtsrat des zweimaligen DFB-Pokalsiegers zieht damit die Konsequenzen aus dem fehlenden Vertrauensverhältnis.

Ein entsprechender Bericht der "Rheinischen Post" wurde auf SID-Anfrage am Samstag (13.04.2019) von offizieller Seite bestätigt. Aufsichtsratsvorsitzender Reinhold Ernst sagte der Nachrichtenagentur: "Wir haben ihn über unsere Entscheidung informiert. Das Vertrauensverhältnis ist nachhaltig gestört, deshalb gab es keine andere Lösung."

Kein Kommentar von Schäfer

Eine Pressemitteilung des Vereins gab es zunächst nicht. Schäfer, der den Klub dem Vernehmen nach auf Gutsherrenart geführt und damit viele Mitstreiter auf allen Ebenen verprellt hatte, äußerte sich am Abend auf dem Internetportal ran.de. "Ich möchte die Angelegenheit im Moment nicht kommentieren. Ich habe einen gültigen Vertrag bis 30. Juni 2021 und der wurde auch nicht aufgelöst", sagte er.

Erst im August vergangenen Jahres war der Vertrag mit Schäfer frühzeitig um zwei Jahre bis 2021 verlängert worden.

Schäfer kam 2016 aus Dresden

Der Verein hatte den Manager im März 2016 in einer Krisensituation von Dynamo Dresden an den Rhein geholt. Mit Schäfer und dem damals ebenfalls neuen Trainer Friedhelm Funkel schaffte die Fortuna die Rückkehr in die Bundesliga und erholte sich auch wirtschaftlich.

Doch ein echtes Vertrauensverhältnis zwischen Trainer, Mannschaft, Aufsichtsrat und dem neuen Vorstands-Vorsitzenden kam nicht zustande.

Ärger wegen Trainer Funkel im Winter

Das Tischtuch zwischen Funkel und Schäfer war spätestens in der Winterpause zerschnitten, als Schäfer im Trainingslager quasi im Alleingang das Aus für den beliebten Coach zum Saisonende verkündete.

Robert Schäfer: "Ich kann den Ärger verstehen"

Sportschau 13.01.2019 01:50 Min. ARD

Erst nach Intervention des Aufsichtsrates und der Fans wurde diese Entscheidung rückgängig gemacht und anschließend der Vertrag mit Funkel sogar bis 2020 verlängert.

Förmlicher Beschluss soll noch folgen

Nun hat der Aufsichtsrat den Rauswurf Schäfers beschlossen. Der förmliche Beschluss soll in den nächsten Tagen gefasst werden.

Trainer Funkel wollte sich am Samstag nicht zu dieser Personalie äußern, feierte stattdessen mit seinem Team vor dem Fernseher den vorzeitigen Klassenerhalt.

Schäfer-Nachfolger wird gesucht

Als Nachfolger von Schäfer ist nach Informationen der "Rheinischen Post" der 58-jährige Thomas Röttgermann im Gespräch, der bis 2017 der Geschäftsführung des VfL Wolfsburg angehörte.

sid/dpa | Stand: 13.04.2019, 18:00