Fortuna-Boss Röttgermann: "Kein Grund für Endzeitstimmung"

Fortuna-Vorstandschef Thomas Röttgermann (l.) spricht mit Sportdirektor Lutz Pfannenstiel

Fortuna-Boss Röttgermann: "Kein Grund für Endzeitstimmung"

  • Fortuna-Vorstandschef Röttgermann sieht schuldenfreie Fortuna gut gerüstet
  • Röttgermann fordert Solidarität der finanzstarken mit den weniger gepolsterten Klubs
  • Ersuch um staatliche Hilfe bei Fortuna zunächst nicht im Fokus

Vorstandschef Thomas Röttgermann sieht den Fußball-Bundesligisten Fortuna Düsseldorf gut für die Coronakrise gerüstet. "Am Ende ist die Fortuna gut aufgestellt, weil wir einen deutlich geringeren Kostenblock haben als andere Vereine und schuldenfrei sind. Das reduziert die Abhängigkeit von Dritten und erhöht unseren Spielraum", sagte Röttgermann am Donnerstag (19.03.2020).

Doch das positive Eigenkapital im zweistelligen Millionenbereich werde "nicht reichen, um einen Worst Case abzufedern. Das muss es auch nicht, da gibt es andere Möglichkeiten. Ich sehe keinen Grund für Endzeitstimmung."

Röttgermann: "Abbruch stellt jeden Verein vor Probleme"

Aus Röttgermanns Sicht muss die Saison definitiv beendet werden, notfalls mit Geisterspielen. "Spiele ohne Zuschauer können die meisten Vereine durchstehen - mit Maßnahmen, nicht aus der Portokasse. Aber das ist mit eigenen Mitteln darstellbar. Weil die Spieltagseinnahmen nicht die Haupteinnahmequelle sind", betonte er. "Dann sind die TV-Einnahmen gesichert, und die meisten Sponsorengelder fließen. Das Szenario Abbruch stellt jeden Verein vor Probleme, das kann der einzelne Verein in den seltensten Fällen lösen."

Fortuna-Vorstandschef ruft zu Solidarität auf

Derweil appellierte der Düsseldorf-Vorstandsboss auch an die besser aufgestellten Vereine der Fußball-Bundesliga, die finanziell schwächeren Klubs zu unterstützen. "Schlechter aufgestellt zu sein als andere Vereine - das ist ja nicht aus eigenem Verschulden, sondern weil es einfach kleinere Vereine sind, mit einer dünneren Eigenkapitaldecke. Weil sie nicht dicker sein kann", sagte Röttgermann.

Nach den eher abwehrenden Aussagen von Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sei es an der Zeit, "die Aufgeregtheit rauszunehmen". Allerdings: "Jetzt die Chancen des einzelnen Vereins zu sehen, besser aus der Krise herauszukommen als andere - das kann nicht im Mittelpunkt der Überlegungen stehen."

Staatliche Hilfen zunächst nicht im Fokus bei F95

Röttgermann sehe auch jetzt nicht den Moment, nach staatlichen Hilfen zu fragen. Er betonte: "Erst nach dem großen Kassensturz wissen wir alle, was wir bewerkstelligen können. Wenn das nicht reicht, gehen wir den nächsten Schritt."

Forderungen aus der Politik nach einem Gehaltsverzicht - wie von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder getätigt - seien allerdings ebenfalls kontraproduktiv. "Es ist auch falsch, einfach mal so eine Forderung rauszuhauen. Weil es gut klingt und auf der einen oder anderen Seite Beifall bringt", erklärte Röttgermann. "Seien Sie sicher: Jeder Verein hat zu prüfen, was überhaupt geht und was gemacht werden muss."

#27 Rolfes, Przondziono, Bruchhagen & die Corona-Krise

WDR 2 Einfach Fußball 18.03.2020 41:23 Min. Verfügbar bis 18.03.2021 WDR Online

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sid/red | Stand: 19.03.2020, 12:27