Düsseldorf zieht Hoffnung aus der Niederlage

Fortuna Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel

Düsseldorf zieht Hoffnung aus der Niederlage

  • Düsseldorf rutscht ans Tabellenende
  • Funkel trotz 0:3 in Leverkusen optimistisch
  • Trainer weist Kritik aus Vereinskreisen ab

Nur ein Sieg aus den letzten neun Spielen, zwei Niederlagen ohne eigenen Treffer zum Jahresauftakt und Tabellenplatz 18 - Fortuna Düsseldorf steckt tief in der Krise. Von Untergangsstimmung ist bei den Rheinländern nach der deutlichen 0:3-Niederlage bei Bayer Leverkusen am Sonntag (27.01.2020) jedoch nichts zu spüren.

"Wenn wir so weiterspielen, werden wir Punkte holen und die eine oder andere Mannschaft überholen. Davon bin ich nach diesem Auftritt mehr denn je überzeugt", sagte Trainer Friedhelm Funkel nach dem Spiel in Leverkusen. Der 66-Jährige attestierte seiner Mannschaft "mit viel Mut aufgetreten" zu sein und ist sich sicher: "Wenn wir mit dieser Leidenschaft und Aggressivität weiterspielen, werden wir in den nächsten Wochen wieder punkten und in der Tabelle andere Mannschaften überholen."

Konterchancen fahrlässig vergeben

In der Tat hielt die Fortuna mit einer defensiven Taktik lange gut mit gegen Bayer. Nach dem 0:1 durch Kai Havertz kurz vor der Pause wechselte das Spielgeschenen von einer Abwehrschlacht zu einem offenen Schlagabtausch im zweiten Durchgang. Auch wenn Bayer deutlich mehr Großchancen verzeichnete, hätte Düsseldorf durch besser ausgespielte Konter in Leverkusen punkten können. "Es zieht sich wie ein roter Faden durch die letzten Wochen und Monate, dass wir solche Szenen zu schlampig zu Ende spielen", ärgerte sich Abwehrspieler Kaan Ayhan.

Düsseldorfs Ayhan: "Zieht sich wie ein roter Faden"

Sportschau 26.01.2020 02:35 Min. Verfügbar bis 26.01.2021 ARD

Funkel wertete die Niederlage in Leverkusen als Schritt nach vorne. Und als Zeichen der Mannschaft, nachdem unter der Woche Kritik aus Vereinskreisen an die Öffentlichkeit gelangt war. "In der letzten Woche ist so viel Unsinn geschrieben worden. Da hat dieser verschworene Haufen natürlich eine Reaktion gezeigt", erklärte der 66-Jährige. Funkel versicherte: "Wir werden nicht nervös. Weder die Mannschaft noch ich. Da kann geschrieben werden was will."

Kein Ultimatum

Weiter gibt sich Funkel sicher, dass die Kritik an ihm nicht aus Vorstandskreisen stammt, deshalb sei sie "unseriös". Dass der Vorstand ihm seitdem noch nicht demonstrativ den Rücken stärkte, stört den Routinier nach eigenen Worten nicht. "Was sollen sie auch sagen", fragte er. "Ich bin zu 100 Prozent zufrieden, wie sie sich geäußert haben. Weil ich weiß, wie sie denken."

Am Montag bekräftigte Funkel am Rande des Trainings nochmals, dass es kein Ultimatum vom Verein für ihn gebe. "Es stimmt einfach nicht, dass mir ein Ultimatum gestellt wurde. Das gibt es nicht, das gab es nicht und wird es auch nicht geben. Das steht ganz klar fest", sagte er vor Journalisten. Der 66-Jährige vermutet eine gezielte Indiskretion: "Von denen, die verantwortlich sind im operativen Geschäft, hat das keiner gesagt." Die Urheber "verstecken sich im Gebüsch und haben nicht den Mut, mir das zu sagen", so der Fortuna-Coach.

Drei weitere Ausfälle

Dennoch wächst der Druck auf Funkel und die Fortuna, die am Wochenende die Rote Laterne vom SC Paderborn übernahm. Am Samstag (01.02.2020) benötigt Düsseldorf im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt dringend ein Erfolgserlebnis.

Dabei muss Funkel wohl auf drei weitere Spieler verzichten. Wie der Klub am Montagabend mitteilte, fallen Erik Thommy (Knieprellung). Steven Skrzybski (Oberschenkelzerrung) und Routinier Adam Bodzek (Muskelfaserriss) bis auf Weiteres aus. Möglicherweise kann Stammtorhüter Zack Steffen, der zuletzt wegen Knieproblemen pusieren musste, wieder auflaufen.

red/dpa/sid | Stand: 27.01.2020, 13:05