FC Schalke steckt tief in den roten Zahlen

Das Wappen des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04.

FC Schalke steckt tief in den roten Zahlen

  • Schalke mit 26,1 Millionen Euro im Minus
  • Einnahmen aus internationalem Geschäft fehlen
  • Corona-Krise könnte Situation verschärfen

Der FC Schalke 04 ist im Vorjahr tief in die roten Zahlen gerutscht. Ungeachtet des zweithöchsten Konzernumsatzes der Clubgeschichte von 275 Millionen Euro (Vorjahr: 350,4 Millionen Euro) weist der Fußball-Bundesligist einen hohen Fehlbetrag aus. Wie der Revierclub am Dienstag (17.03.2020) mitteilte, verbuchte er im Kalenderjahr 2019 ein Minus von 26,1 Millionen Euro.

2018 noch Überschuss von 40,5 Millionen Euro

2018 hatte Schalke noch einen Konzernüberschuss von 40,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Hauptverantwortlich für den Einnahme-Einbruch sind die gesunkenen Erlöse aus der medialen Vermarktung (108,8 Mio. Euro/Vorjahr 147,8) durch die Saison fast ohne internationales Geschäft, die Transfers (15,7/45,6) und der sportliche Absturz in der Spielzeit 2018/2019, die Schalke auf dem 14. Platz beendete.

Hinzu kamen außerplanmäßige Belastungen durch den Rückzug des früheren Sportvorstands Christian Heidel und die Trennung von Ex-Trainer Domenico Tedesco. Auf der Ausgabenseite schlugen Millionen-Investitionen für den Ausbau und die Modernisierung des Vereinsgeländes Berger Feld zu Buche.

Operative Geschäft laut Peter Peters "gesund"

"Trotzdem verfügen wir über eine sehr breite Umsatzbasis, die selbst ohne internationalen Wettbewerb die finanzielle Stabilität des Vereins gewährleistet", sagte Finanzvorstand Peter Peters. Das operative Geschäft bezeichnete der 57-Jährige als in seinen "Kernelementen äußerst robust".

Allerdings dürfte die Corona-Krise mit drohenden Einnahme-Einbußen die Lage beim Bundesliga-Sechsten verschärfen und Spielräume für Transfers im Sommer einengen. Vor allem dann, wenn zum zweiten Mal nacheinander die Europapokal-Teilnahme verpasst würde.

Marketing- und Kommunikationsvorstand Alexander Jobst bereitete die königsblaue Familie bereits auf ein drastische Szenario vor: "Es geht um die Existenz des Clubs." Weil in der laufenden Saison - wenn sie überhaupt noch zu Ende gespielt werden kann - nur Partien ohne Fans im Stadion zu erwarten sind, werden Schalke die Ticket-Gelder der vier ausstehenden Bundesliga-Heimspiele fehlen.

Schalke erwartet auch in diesem Jahr Millionenverlust

Für das laufende Jahr erwartet Schalke einen weiteren Umsatzrückgang auf etwa 240 Millionen Euro und einem "Jahresfehlbetrag im niedrigen zweistelligen Millionen-Bereich". Die Prognose beinhaltet nicht die unabsehbaren Folgen der Ausbreitung von Sars-CoV-2.

Langfristig verfolgt Schalke das Ziel, zu Europas Topclubs zu gehören. Mitte 2019 belegte der Club in der Uefa-Fünfjahreswertung Rang 24. Wirtschaftlich gehöre man laut Peters aktuell zu den besten 15 in Europa. Mit mehr als 150.000 Mitgliedern zählt Schalke zu den vier größten Sportvereinen Europas.

Die Zukunft der Bundesliga Morgenmagazin 17.03.2020 01:44 Min. Verfügbar bis 17.03.2021 Das Erste

Stand: 17.03.2020, 17:59