Taktiktafel und nasse Trikots: 1. FC Köln startet in die Vorbereitung

Trainer Markus Gisdol vom 1. FC Köln mit einer Pfeife im Mund

Taktiktafel und nasse Trikots: 1. FC Köln startet in die Vorbereitung

Von Christian Schulze

Das erste gemeinsame Training auf dem Platz dürfte für die beteiligten Spieler des 1. FC Köln ein klarer Vorgeschmack auf die kommenden Wochen gewesen sein. Bei hochsommerlichen Temperaturen wurde direkt intensiv und schweißtreibend gearbeitet. Abseits des Platzes sorgen neue Corona-Fälle und Transfergerüchte für Schlagzeilen.

Eilig wurde mit einem Golfcart noch ein etwas in die Jahre gekommenes und von der Sonne schon reichlich ausgeblichenes Pavillon ins Franz-Kremer-Stadion am Geißbockheim geschafft. So konnten beim ersten Mannschaftstraining des 1. FC Köln mit Temperaturen um die 34 Grad wenigstens die Getränke im Schatten stehen. "Es war heiß, anstrengend und nass", fasste Abwehrspieler Rafael Czichos den fußballerischen Start in die Saison-Vorbereitung anschließend im schweißdurchtränkten Trainingsshirt zusammen.

FC Kölns Czichos zum Saisonziel

Sportschau 08.08.2020 00:14 Min. Verfügbar bis 08.08.2021 ARD

Zwei Spieler mit positivem Corona-Test

Bei der fast zwei Stunden langen ersten Einheit mit Ball fehlten allerdings einige Akteure des unter anderem durch zurückgekehrte Leihspieler ordentlich aufgeblähten Kaders. Bei den Corona-Tests zum Start der Vorbereitung fielen die Ergebnisse zweier Spieler positiv aus. Die Betroffenen befinden sich nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt der Stadt Köln für zehn Tage in Quarantäne. Stürmer Anthony Modeste trainierte aufgrund von muskulären Problemen individuell. Zudem gehören nun neben Vincent Koziello und Louis Schaub auch Lasse Sobiech sowie Marcel Risse zu den Spielern, die beim 1. FC Köln vorerst vom Training freigestellt sind, um Gespräche mit potenziellen neuen Vereinen zu führen.

Sieben Spieler haben den FC bereits verlassen, doch es sollen noch mehr gehen. "Es bleibt weiterhin bei der Vorgabe und Maßnahme, den Kader zu reduzieren. Das ist klar besprochen. Trotzdem machen wir uns auch intensiv Gedanken, wer könnte denn für uns als Neuzugang interessant sein und führen da parallel auch Gespräche", erklärt Sport-Geschäftsführer Horst Heldt seinen Arbeitsansatz für die aktuelle Transferperiode.

Horst Heldt zu den Corona-Fällen beim FC

Sportschau 08.08.2020 00:36 Min. Verfügbar bis 08.08.2021 ARD Von Franziska Wülle

Kommt ein Weltmeister von 2014 fürs Tor?

Gesucht wird in Köln vor allem noch ein zweiter Torwart. Thomas Kessler, die langjährige erste Ersatzkraft hat seine Karriere beendet. Von der Liste der möglichen Nachfolger ist zumindest ein Name durchgesickert. Der gebürtige Kölner Ron-Robert Zieler ist in Hannover nicht mehr gewünscht und könnte genau der richtige Mann sein, um Kölns zuletzt nicht konstant überzeugende Nummer eins, Timo Horn unter Druck zu setzen. "Wir beschäftigen uns mit ihm, wir beschäftigen uns aber auch mit anderen Torhütern", bestätigt Heldt und beschreibt direkt im Anschluss das Anforderungsprofil: "Wir suchen eine Nummer Zwei. Und wer zu uns kommen will, der kommt als Nummer Zwei mit dem Anspruch die Nummer Eins sein zu wollen. Unsere Erwartung ist, dass derjenige Gas gibt und sich nicht mit einem Kissen unter dem Hintern auf die Bank setzt."

Gisdol kündigt harte Vorbereitung an

Beim noch bis Oktober geöffneten Transferfenster stellt sich Trainer Markus Gisdol ohnehin auf "ein paar mehr Veränderungen im Laufe der Vorbereitung im Kader" ein, als es sie normalerweise geben würde. Für den 50-Jährigen, der in der Sommerpause seine bekannte Gel-Frisur gegen einen modischen Kurzhaarschnitt getauscht hat, ist es die erste richtige Vorbereitung als FC-Trainer. Diese will er nutzen, um viel im taktischen Bereich zu arbeiten und die Mannschaft weiterzuentwickeln.

Und so wird die bereits am Samstag nach kurzer Zeit ausgepackte Taktiktafel wohl ein ständiger Begleiter in der Vorbereitung sein. Gut anderthalb Wochen wird von nun an in Köln trainiert, bevor es in ein zehntägiges Trainingslager nach Donaueschingen in Baden-Württemberg geht. "Ich bin kein Freund davon, eine zu lange Vorbereitung zu machen, das zieht sich hinterher nur wie ein Kaugummi bis zum ersten Pflichtspiel", sagt Gisdol und kündigt an: "Ich bin ein Freund davon, das kompakt und konsequent zu machen, dann aber auch sehr hart zu trainieren. Das wird eine harte Zeit für die Jungs." Rafael Czichos und Co. werden sich also an das Gefühl von nassen Trikots auf der Haut gewöhnen müssen.

Erstes Mannschaftstraining beim 1. FC Köln Sportschau 08.08.2020 00:44 Min. Verfügbar bis 08.08.2021 Das Erste

Stand: 08.08.2020, 16:22