BVB in Köln: Der Erfolg kam von der Bank

Eine entscheidende Szene im Spiel des BVB in Köln: Julian Brandt wird eingewechselt.

BVB in Köln: Der Erfolg kam von der Bank

  • Dortmund kommt beim 3:1 (0:1) in Köln erst spät in Fahrt
  • Großen Anteil am Sieg hatten die Joker Brandt und Hakimi
  • Reus: "Sind noch lange nicht da, wo wir hin wollen"

Die Frage, ob er nicht lieber von Anfang an spielen wolle, erübrige sich ja wohl, sagte Julian Brandt nach seinem ersten großen Auftritt im Trikot von Borussia Dortmund. Doch dann dachte er augenscheinlich an Mario Götze und sagte: "Es gibt Spieler, die haben auch gute Namen auf dem Rücken, die haben heute gar nicht gespielt."

Im Gegensatz zum 90 Minuten auf der Bank schmorenden WM-Goldjungen von Rio 2014 kam Brandt beim 3:1-Sieg in Köln am Freitagabend (23.08.2019) zumindest ins Spiel. In der 62. Minute. Der BVB lag zu diesem Zeitpunkt mit 0:1 beim starken Aufsteiger in Köln zurück und spielte wahrlich nicht wie ein Meisterschaftsanwärter.

Doch dann kam eben Brandt, weckte sein Team mit seinem genialen Pass auf Marco Reus auf, riss es mit und führte es zum 3:1-Sieg durch drei späte Tore. "Diese Auswechslungen haben uns sehr, sehr viel gebracht. Man hat sofort gesehen, dass vieles anders war", sagte Trainer Lucien Favre nach dem Spiel über jenen Doppelwechsel, bei dem neben Brandt auch Achraf Hakimi kam. Und Kapitän Reus erklärte: "Er hat andere Lösungen gefunden."

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03:36 Min. Verfügbar bis 23.08.2020

Brandts 28-Minuten-Gala war gleichzeitig ein Empfehlungsschreiben für einen Platz in der Startelf. Diesen brauche er aber nicht zwangsläufig in der Zentrale. "Ich spiele gerne im Zentrum", sagte der 23-Jährige. "Aber am wichtigsten ist: Ich will überhaupt spielen. Und ich will gewinnen."

Köln kaufte BVB eine Stunde lang den Schneid ab

Der Sieg war für den BVB auch in Köln das Wichtigste. Er konnte aber nicht übertünchen, dass sich der Meisterschaftsanwärter eine Stunde lang von einem Aufsteiger den Schneid abkaufen ließ. "Wenn wir uns das am Dienstag nochmal ansehen, werden wir uns in den Arsch beißen", sagte Reus mit bangem Blick auf das Videostudium der ersten Halbzeit: "Wir sind noch lange nicht da, wo wir uns sehen und wo wir hinwollen."

Nachdem der BVB in der vergangenen Saison fünf Spiele nach Rückstand gewann - so viele wie kein anderes Team - klappte es in dieser Spielzeit nun schon zum zweiten Mal. "Es ist ein gutes Gefühl, in der zweiten Halbzeit immer noch eine Schippe drauflegen zu können", sagte Reus. Und kannte auch den Hauptgrund dafür, nämlich den, "Potenzial auf der Bank in der Hinterhand zu wissen".

Union Berlin nächster Gegner der Dormunder

Der breite Kader und somit die Stärke der Bank könnte im erwarteten Titel-Zweikampf mit dem FC Bayern in der Tat der große Trumpf des BVB werden. Auch wenn am nächsten Samstag im nächsten Auswärtsspiel beim nächsten Aufsteiger Union Berlin statt Brandt vielleicht der am Freitag kaum sichtbare Thorgan Hazard dort sitzen wird.

dpa | Stand: 24.08.2019, 12:01

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