Philipp Türoff, Geschäftsführer des 1. FC Köln.

1. FC Köln macht knapp 16 Millionen Euro Verlust

Stand: 20.09.2022, 20:05 Uhr

Vor allem die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie haben den Bundesligisten 1. FC Köln auch in der Saison 2021/22 finanziell getroffen. Der Klub machte 15,7 Millionen Euro Verlust. Der Vorstand wurde wiedergewählt.

Der Umsatz des FC lag in der vergangenen Spielzeit bei 148,4 Millionen Euro. Insgesamt 85 Millionen Umsatz seien durch die Pandemie verloren gegangen. Dies teilte Geschäftsführer Philipp Türoff am Dienstagabend auf der Mitgliederversammlung mit. Im Vorjahr hatte Köln einen Verlust von 3,9 Millionen Euro ausgewiesen.

"Der 1. FC Köln ist einer der Vereine gewesen, die besonders unter Corona zu leiden hatten. Der Verein ist Mitglieder-, fan- und publikumsintensiv - wir haben ein großes Stadion, das nicht gefüllt werden konnte. Entsprechend sind uns Umsätze durch nicht verkaufte Tickets entgangen, auch im Bereich Catering und Merchandise. Im abgelaufenen Jahr haben immer noch erhebliche Beschränkungen gegolten", erklärte Türoff gegenüber dem WDR.

Türoff: FC bleibt "finanzwirtschaftlicher Sanierungsfall"

Die Lage sei sehr ernst gewesen, aber nicht so dramatisch wie zu einem früheren Zeitpunkt der Pandemie. Türoff betonte, der Klub bleibe ein "finanzwirtschaftlicher Sanierungsfall". Die Schulden seien hoch, das Eigenkapital fast aufgezehrt.

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In wichtigen Eckpunkten wie der Liquidität, der Lizenzierung (ohne Auflagen) und der finanziellen Kennzahl "positives Eigenkapital" habe man jedoch den gesteckten Plan erfüllt. "Wir haben erreicht, dass wir als kranker Patient in die Genesung übergehen", so Türoff. Der Klub wies am 30. Juni 2022 ein Eigenkapital von gut drei Millionen Euro aus (Vorjahr: 16,9 Mio.), der Schuldenstand liegt bei 65,9 Millionen Euro (2,7 Millionen weniger als im Vorjahr). Die Liquidität sei kurz- und mittelfristig gesichert.

Positives Ergebnis für nächstes Jahr geplant

Die bemerkenswerte sportliche Entwicklung könne helfen, den FC schneller auf ein stabiles Fundament zu setzen. "Die Qualifikation für die Conference League hilft mega. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass Steffen Baumgart mit diesem Kader Platz sieben erobern kann. Ich nehme das Geld gerne. Wir tun aber nicht so, als würde uns so ein wirtschaftlicher Segen regelmäßig ereilen", sagte Türoff.

Für das kommende Jahr plane man wieder mit einem positiven Ergebnis - vorausgesetzt, dass es nicht wieder zu außerordentlichen Belastungen etwa durch Zuschauerausschlüsse kommt.

Zudem wurde am späten Abend das vom Mitgliederrat vorgeschlagene Vorstandsteam mit Präsident Werner Wolf und den beiden Vizepräsidenten Eckhard Sauren und Carsten Wettich mit einer deutlichen Mehrheit von 91,82 Prozent wiedergewählt. Gegenkandidaten gab es keine.