BVB-Sportdirektor Michael Zorc: "Nicht auf Abschiedstournee"

BVB im Trainingslager: Zwischen Saisonvorbereitung und Wechsel-Spekulationen Mittagsmagazin 30.07.2021 Verfügbar bis 30.07.2022 Das Erste Von Harald Grundmann

BVB-Sportdirektor Michael Zorc: "Nicht auf Abschiedstournee"

Teil 2/3 - "Suchen keinen zweiten Klopp"

Sie haben nicht nur zahlreiche Profis, sondern auch zahlreiche Trainer kommen und gehen sehen. Doch im Gegensatz zu vielen Spielertransfers verlief die Trainerauswahl seit der Klopp Ära mit Tuchel, Bosz, Stöger oder Favre weniger erfolgreich. Woran lag es?

Zorc: Da muss ich Einspruch einlegen. Natürlich hat Jürgen Klopp einen langen Schatten hinterlassen. Aber die Zeit mit Thomas Tuchel war sportlich erfolgreich. Wir sind mit riesiger Punktzahl Vizemeister geworden und haben den Pokal gewonnen. Die Trennung hatte letztlich ganz andere Gründe. Aber natürlich hat es auch die ein oder andere Entscheidung gegeben, die nicht so funktioniert hat, wie wir und das vorgestellt haben.

Nun ist die Wahl auf Marco Rose gefallen. Es heißt, er käme Klopp sowohl als Typ als auch mit seiner Fußballphilosophie am nächsten. Was halten Sie von solchen Vergleichen?

Es scheint bei vielen so eine Art Urwunsch zu sein, eine Klopp-Kopie zu suchen und zu finden. Aber ganz ehrlich nicht für uns. Wir suchen einfach einen Trainer, der in dieser Situation am besten zum BVB passt und mit dem wir die höchste Wahrscheinlichkeit haben, erfolgreich Fußball zu spielen. Er kann einen ganz anderen Ansatz haben. Er muss nicht wie Jürgen Klopp aussehen, er muss nicht so reden, er muss auch nicht Skat spielen.

Welchen Eindruck haben Sie denn bisher von Marco Rose?

Einen sehr guten. Mir gefällt seine sehr kommunikative Art, er nimmt alle Spieler und das Team hinter dem Team immer mit. Er ist ein Trainer, der in seinem Umfeld eine positive Energie erzeugt. Genau das brauchen wir. Und seine fachliche Qualität ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben.

Haaland optimistisch: "Ich glaube an Marco Rose" Sportschau 27.07.2021 00:29 Min. Verfügbar bis 27.07.2022 Das Erste

Laut Kapitän Marco Reus muss sich der BVB mit diesem Kader hohe Ziele setzen und versuchen, deutscher Meister zu werden. Stimmen Sie ihm zu?

Ich finde es gut, wenn unsere Spieler ambitioniert sind. Besonders gut finde ich, was Marco als Erklärung angeführt hat: dass die letzten acht Spiele der vergangenen Saison unser Maßstab sein sollen. Wir wussten, wir müssen jedes Spiel gewinnen, um noch in die Champions League einzuziehen - und die Mannschaft hat diesem Druck standgehalten. Wir haben unter schwierigsten Bedingungen erfolgreich Fußball gespielt. Das wünsche ich mir über einen längeren Zeitraum. Aber wir werden nun nicht so blauäugig sein, die Meisterschaft als Ziel auszurufen.

dpa | Stand: 30.07.2021, 10:32