Axel Hefer neuer Aufsichtsratschef beim FC Schalke 04

Axel Hefer, Aufischtsrats-Chef beim FC Schalke 04

Axel Hefer neuer Aufsichtsratschef beim FC Schalke 04

Fußball-Zweitligist Schalke 04 hat einen neuen Klubchef gefunden. Axel Hefer ist Aufsichtsratsboss beim Bundesliga-Absteiger.

Das Gute vorneweg: Schalke 04 ist doch in der Lage, eine Mitgliederversammlung ordnungsgemäß zu Ende zu bringen. Nachdem der erste Anlauf am 13. Juni noch ziemlich in die Hose gegangen und nach Tagesordnungspunkt 4 (Aussprache über die Berichte) wegen technischer Probleme bei den Wahlen zunächst unter- und später abgebrochen worden war, ging am Samstag in der Veltins-Arena weitestgehend alles glatt.

Die Zählung der abgegebenen Stimmen der 3750 anwesenden Mitglieder wurde per Hand vorgenommen - sicher ist sicher. So zog sich die Veranstaltung zwar etwas länger hin, aber am Ende gab es klare Verhältnisse.

Dörnemann ist Hefers Stellvertreter

Fazit der Neuauflage der Mitgliederversammlung: Die Fanbasis wurde gestärkt, denn dem neuen Aufsichtsrat wird eine größere Nähe zur Anhängerschaft nachgesagt. Neuer Klubchef ist der 44-jährige Axel Hefer, der als CEO beim Hotelvergleichsportal Trivago in Düsseldorf tätig ist. Er tritt die Nachfolge des zurückgetretenen Jens Buchta an. Hefers Stellvertreter ist Moritz Dörnemann, der beim Votum für den Aufsichtsrat die meisten Stimmen erhielt.

"Unsere Chance ist der vollständige Neuanfang. Unser Vorstand hat ein klares Konzept. Der Kader-Umbau nimmt Gestalt an und die Arbeit wird besonnen, professionell und ohne Klamauk im Hintergrund gemacht", sagte Hefer in seiner Rede vor der Wahl. Sechs Tage vor dem Saisonstart in der 2. Bundesliga gegen den Hamburger SV am Freitag (20.30 Uhr) wählten die stimmberechtigten Mitglieder unter zehn Bewerbern Dörnemann (3044 Stimmen/Amtszeit bis 2024), Sven Kirstein (3003/2024), Hefer (2439/2023), Holger Brauner (2174/2023) und Johannes Struckmeier (1879/2022) in den Aufsichtsrat. "Jahrhundert-Trainer" Huub Stevens wurde mit großem Beifall aus dem Gremium verabschiedet.

Ausgliederung weiter großes Thema

Heiß diskutiert wird auf Schalke nach wie vor das Thema Ausgliederung der Profiabteilung. Die Fans hatten zuvor wiederholt davor gewarnt - sie wollen ihren Einfluss beim Traditionsklub behalten, der aufgrund der sportlichen Talfahrt und dem Abstieg in Liga zwei vor einer überaus schwierigen wirtschaftlichen Situation steht. Hefer war nach der Amtsniederlegung von Stefan Gesenhues am 21. März in den Aufsichtsrat, dem er bereits von 2014 bis 2017 angehört hatte, nachgerückt. Ihm wird nachgesagt, dass er als eines der wenigen Gremiumsmitglieder nicht vor einer Konfrontation mit dem einstmals allmächtigen Klubchef Clemens Tönnies zurückgeschreckt sei.

Keine Chance hatte Gesenhues, der die wenigsten Stimmen erhielt. Dieser hatte den Ralf-Rangnick-Plan der Opposition - der erfahrene Macher sollte der neue starke Mann auf Schalke werden - der Klubführung vorgetragen und damit viel Gegenwind erhalten. Gesenhues war nach Rangnicks Absage als Aufsichtsrat zurückgetreten, kandidierte jetzt aber erneut. Bei seiner Stellungnahme ("Meine Mission auf Schalke ist noch nicht erfüllt") gab es deutliche Unmutsbekundungen.

Meet the Team: FC Schalke 04

Sportschau 16.07.2021 01:39 Min. Verfügbar bis 16.07.2022 ARD


Schalke will wieder in ruhigeres Fahrwasser, dazu bedarf es aber vor allem sportlicher Erfolge. Am Ende waren alle bemüht, Brücken zu bauen. Versammlungsleiter Buchta lobte zum Abschluss der Veranstaltung Freibier für die Mitglieder aus. Beim Vereinslied ("Blau und Weiß, wie lieb ich dich") wurden Erinnerungen an die gute, alte und vor allem erfolgreiche Zeit wach. Zumindest ein wenig.

red/sid | Stand: 18.07.2021, 10:20