Gladbachs Doucouré feiert Bundesliga-Debüt - nach vier Jahren

Marcus Thuram widmet seinen Eckfahnen-Jubel dem Debütanten Mamadou Doucouré (mitte)

Gladbachs Doucouré feiert Bundesliga-Debüt - nach vier Jahren

Von Cora Lanzerath

  • Doucouré wird in der Schlussphase gegen Union eingewechselt
  • Für den 22-Jährigen war es das Ende einer langen Leidenszeit
  • Alle Gladbacher freuten sich mit dem Innenverteidiger

Es lief die 90. Minute im Spiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Union Berlin, als plötzlich lautstarker Jubel in dem fast menschenleeren Borussia-Park aufbrandete. Dieser galt aber nicht etwa den Akteuren, die das souveräne 4:1 herausgespielt hatten, sondern einem, der noch gar nicht auf dem Platz stand.

Es war die Freude über die bevorstehende Einwechslung von Mamadou Doucouré. Fast vier Jahre hatte der 22-Jährige auf diesen Moment warten müssen, am Sonntag (31.05.2020) war es dann soweit. Erstmals seit seinem Wechsel von Paris Saint-Germain an den Niederrhein durfte Doucouré in der Bundesliga ran. Für dieses besondere Debüt hatte Ibrahima Traoré sogar extra den Ball ins Aus gespielt.

Stadion erhebt sich

Als der Verteidiger dann den Rasen betrat, erhoben sich nicht nur die Gladbacher Ersatzspieler sondern auch Vize-Präsident Rainer Bonhof und Manager Max Eberl von ihren Plätzen. Von Landsmann Marcus Thuram gab es eine herzliche Umarmung. "Das war ein hochemotionales Erlebnis für uns alle und vor allem für Mamadou, der ganz lange dafür kämpfen musste", sagte Eberl nach der Partie.

Doucouré agierte für die letzten Minuten auf der zentralen Mittelfeldposition für den ausgewechselten Florian Neuhaus. Er wurde von seinen Mitspielern auffallend oft gesucht und überzeugte. Am Ende standen sechs Ballkontakte, sechs Pässe, eine Passquote von 100 Prozent und 480 gelaufene Meter.

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Linksfuß verpasste 101 Spiele

"Ich hoffe, dass ihm das einen richtigen Schub und Kraft gibt. Er hat es sich einfach verdient", freute sich auch Trainer Marco Rose über das Ende einer beispiellosen und tragischen Verletzungsgeschichte. Denn Doucouré ist wohl der größte Pechvogel der jüngeren Bundesliga-Geschichte.

Als Gladbach den damals 18-jährigen Innenverteidiger 2016 verpflichtete, ahnte noch niemand, was folgen sollte: Mehrere schwere Muskelverletzungen im Oberschenkel warfen Doucouré immer wieder zurück. Insgesamt fiel der Linksfuß 101 Spiele aus und fehlte mehr als 1.000 Tage. Lediglich in der Regionalliga lief er zwölf Mal für die Fohlen auf.

Gladbach hielt am Talent fest

Doch die Verantwortlichen glaubten weiter an das Defensivtalent und verlängerten kürzlich sogar vorzeitig seinen Vertrag - nach Informationen der "Bild" bis 2022 mit Option auf eine weitere Saison. "Er kann und soll in Zukunft noch ein wichtiger Spieler für uns werden", sagte Sportchef Eberl damals. Den ersten Schritt hat Doucouré gegen Union gemacht.

Und so widmete die Mannschaft den 17. Saisonsieg natürlich dem gebürtigen Senegalesen. Nach der Partie schnappte sich Doppeltorschütze Thuram das Trikot von Doucouré und zelebrierte damit seinen traditionellen Eckfahnen-Jubel.

Rose hofft nun, dass sein Juwel "einfach mal gesund bleibt". Dann könnten, vielleicht schon in den kommenden Wochen weitere Doucouré-Einsätze folgen. Und irgendwann bejubeln dann hoffentlich nicht nur die Teamkollegen sondern 50.000 Fans im Stadion seinen Einsatz für die Borussia.

Stand: 01.06.2020, 11:04

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