Zusammenarbeit beendet: Marco Rose ist nicht länger Trainer von Borussia Dortmund

Fußball | Bundesliga

Borussia Dortmund und Trainer Marco Rose trennen sich

Stand: 20.05.2022, 16:43 Uhr

Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund und Cheftrainer Marco Rose haben überraschend die Zusammenarbeit beendet. Das teilte der BVB am Freitag (20. Mai 2022) mit.

Die Entscheidung zur Trennung sei das Ergebnis einer intensiven Saisonanalyse bei Borussia Dortmund am Donnerstag gewesen. An der Sitzung des Bundesliga-Vizemeisters hätten demnach neben Rose auch BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der scheidende Sportdirektor Michael Zorc, sein designierter Nachfolger und Noch-Lizenzspielerchef Sebastian Kehl sowie Berater Matthias Sammer teilgenommen.

Borussia Dortmund trennt sich von Trainer Rose

Sportschau 20.05.2022 02:04 Min. Verfügbar bis 20.05.2023 ARD Von Daniela Müllenborn


Watzke: "Nicht das Maximum herausgeholt"

"Dieser Tag ist kein einfacher für uns alle, denn die gegenseitige Wertschätzung untereinander war, ist und bleibt groß", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke laut Vereinsmitteilung. "Nach einer Saison, die aus unterschiedlichen Gründen unbefriedigend war, mussten wir feststellen, dass wir in vielen Teilbereichen nicht das Maximum aus unseren Möglichkeiten herausgeholt haben."

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BVB keine echte Gefahr für die Bayern

Rose hatte die Borussia erst vor der vergangenen Saison von Interimstrainer Edin Terzic (aktuell Technischer Direktor) übernommen. Für ihn überwiesen die BVB-Bosse eine Ablöse in Höhe von fünf Millionen Euro an Borussia Mönchengladbach, Rose unterschrieb 2021 einen Dreijahresvertrag.

Mit dem BVB wurde Rose Tabellenzweiter, konnte den FC Bayern München an der Tabellenspitze jedoch nicht ernsthaft gefährden. Mit einem Vorsprung von acht Punkten wurden die Bayern auch in diesem Jahr deutscher Meister.

Enttäuschungen in Europa und im DFB-Pokal

In der Champions League schied der BVB bereits nach der Vorrunde aus. In der anschließenden Qualifikation für die K.o.-Phase der Europa League scheiterte Dortmund am späteren Finalisten Glasgow Rangers.

Im DFB-Pokal war nach dem Achtelfinale beim FC St. Pauli Schluss, nachdem der BVB in der Vorsaison unter Terzic den Pott geholt hatte.

BVB und Marco Rose gehen getrennte Wege

Sportschau 20.05.2022 00:43 Min. Verfügbar bis 20.05.2023 ARD


Rose sieht keine "hundertprozentige Überzeugung" mehr

"Trotz einer schwierigen Saison mit vielen Unwägbarkeiten war ich von unserem Weg überzeugt", sagte nun Rose, der für Außenstehende zuletzt lange wie derjenige aussah, der trotz einer ernüchternden Spielzeit nun den Umbruch im BVB-Kader gestalten sollte.

Aber der 45-Jährige ließ durchblicken: "Während unseres Gespräches ist in mir der Eindruck gereift, dass die hundertprozentige Überzeugung aller Verantwortlichen nicht mehr vorhanden ist. Letztlich haben wir uns deshalb gemeinsam entschieden, die Zusammenarbeit zu beenden."

Assistenzteam Roses verlässt BVB ebenfalls

Roses Co-Trainer Alexander Zickler sowie René Maric und Athletiktrainer Patrick Eibenberger verlassen die Dortmunder ebenfalls. Gespräche über die Zusammensetzung des künftigen Trainerteams will der BVB in den kommenden Tagen führen.

Borussia Dortmund macht nun reinen Tisch: neuer Sportdirektor (Kehl), neuer Trainer, eine in größeren Teilen neue Mannschaft. Für die seit Jahren anfällige Abwehr wurden die Nationalspieler Niklas Süle und Nico Schlotterbeck verpflichtet.

Karim Adeyemi soll den Schmerz nach dem Abgang des Topstürmers Erling Haaland lindern. Salih Özcan könnte nach Medienberichten vom 1. FC Köln kommen, weitere Transfers werden folgen.

Quelle: jti/dpa/sid