DFB-Ethikkommission beschäftigt sich mit Tönnies-Aussagen

DFB-Ethikkommission beschäftigt sich mit Tönnies-Aussagen

  • Schalkes Aufsichtsratschef Tönnies drohen Konsequenzen vom DFB
  • Ethikkommission will sich mit umstrittenen Aussagen beschäftigen
  • Gremium-Vorsitzender: "Worte widersprechen allem, wofür der Fußball steht"

Nach seinen umstrittenen Aussagen über Afrikaner drohen Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies Konsequenzen vom DFB. Die Ethikkommission des Deutschen Fußball-Bundes wird sich bei ihrer nächsten Sitzung am 15. August mit dem Vorfall beschäftigen. Das bestätigte der Vorsitzende des Gremiums, Nikolaus Schneider, der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir werden das Thema in unserem Kreis bereden", sagte Schneider am Sonntag (04.08.2019). Tönnies hatte beim Tag des Handwerks in Paderborn als Festredner Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren.

"Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren", sagte Tönnies. Für diese Aussagen hatte er sich später entschuldigt. Tönnies' öffentliches Bedauern seiner Aussage werde bei der Bewertung durch die Ethikhüter berücksichtigt, kündigte Schneider an.

Schneider: Worte widersprechen allem, "wofür der Fußball steht"

Allerdings widersprächen die in Paderborn von Tönnies getätigten Worte allem, "wofür der Fußball steht", so Schneider. "Die öffentliche Wirkung ist schlimm", sagte der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland. Die DFB-Ethikkommission kann selbst kein Urteil fällen.

Das dreiköpfige Gremium kann lediglich Anklage erheben, über die dann die DFB-Gerichtsbarkeit entscheiden muss. Bereits in der kommenden Woche will der Ehrenrat von Schalke 04 über mögliche Konsequenzen für den Aufsichtsratschef des Fußball-Bundesligisten beraten.

Empörte Kommentare aus der Politik

Scharfe Kritik äußerte auch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD): "Rassismus muss man überall laut und deutlich widersprechen: in sozialen Netzwerken, im Verein, im Job und auf dem Fußballplatz", sagte Lambrecht der Funke Mediengruppe.

Dagmar Freitag (SPD), Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, sagte der "Welt am Sonntag": "Die am folgenden Tag veröffentlichte Klarstellung durch Herrn Tönnies kann den gesellschaftspolitischen Schaden sicher nicht wettmachen."

Tönnies mit Entschuldigung - Ehrenrat berät sich Sportschau 02.08.2019 02:05 Min. Verfügbar bis 02.08.2020 Das Erste

Stand: 04.08.2019, 14:32