BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

BVB: Watzke sieht "stabiles Fundament" trotz Krise - Lunow neuer Präsident

Stand: 20.11.2022, 14:32 Uhr

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke blickt zufrieden auf die finanzielle Entwicklung von Borussia Dortmund. Reinhold Lunow ist neuer Präsident, Reinhard Rauball wurde verabschiedet.

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke blickt trotz weiterer Verluste zufrieden auf die finanzielle Entwicklung des Bundesligisten.

"Hinter uns liegt das dritte Corona-Jahr. Wir hatten einen Konzernfehlbetrag von 35 Millionen Euro. Das war der schwächste Verlust der Corona-Zeit, gegen den wir aber nicht anarbeiten konnten", sagte Watzke auf der Mitgliederversammlung des BVB am Sonntag in der Westfalenhalle 3.

Watzke: "Macht uns ein Stück weit stolz"

Nach drei Jahren "im kompletten Krisenmodus" stehe der Verein "trotzdem auf einem stabilen Fundament. Dass wir heute nach 151 Millionen Euro Verlust keinen einzigen Euro Verbindlichkeiten haben, das macht uns ein Stück weit stolz", sagte Watzke.

Der Umsatz stieg nach dem Einbruch im Jahr zuvor wieder auf 419 Millionen Euro, der Rekord (494 Millionen) datiert aus der Saison 2017/18.

Lunow ist neuer Präsident

 Reinhold Lunow, neuer Präsident von Borussia Dortmund.

Reinhold Lunow.

Zum neuen Präsidenten gewählt wurde Reinhold Lunow. Der 69 Jahre alte Mediziner tritt die Nachfolge von Reinhard Rauball an, der nach insgesamt 23 Jahren sein Amt niederlegte. Der als einziger Kandidat angetretene Lunow wurde von den fast 1.000 anwesenden Mitgliedern bei nur fünf Enthaltungen und keiner Gegenstimme für die kommenden drei Jahre in das Amt gewählt.

"Wenn man die Nachfolge eines so großen Präsidenten antritt, sind die Fußstapfen sehr, sehr groß. Diesem Vertrauen gerecht zu werden, ist für mich Verpflichtung", sagte Lunow bei seiner Antrittsrede. Er ist seit 2014 Mitglied des BVB-Aufsichtsrates und war seit November 2021 stellvertretender Präsident.

Mit dem Rückzug des 75 Jahre alten Rauball geht beim Revierclub eine Ära zu Ende. In seinen drei Amtszeiten von 1979 bis 1982, 1984 bis 1986 und 2004 bis 2022 führte der Jurist den Verein durch schwierige Zeiten.

Reinhard Rauball.

Reinhard Rauball.

Vor allem bei der Fast-Insolvenz der Borussia im Jahr 2005 machte er sich verdient, als er bei der Gläubigerversammlung am Düsseldorfer Flughafen die anwesenden Stadion-Anleger davon überzeugte, dem vorgelegten Sanierungskonzept zuzustimmen. "Ich empfinde es als großes Glück, dass ich das schönste Amt auf der Welt so lange ausüben durfte. Ich bin dankbar für jeden Tag im Dienste des BVB", kommentierte Rauball.

Watzke spricht Terzic und Kehl Vertrauen aus

Beim Blick auf die sportliche Situation rief Geschäftsführer Watzke zu Geduld auf. "Wir wussten vor der Saison, dass wir eine Umbruchsituation haben, das hat überwiegend Früchte getragen, wird aber noch dauern", sagte der 63-Jährige.

Watzke: "Vergesst es einfach"

Sportschau 20.11.2022 13:40 Min. Verfügbar bis 20.11.2023 ARD

Sebastian Kehl als Sportdirektor und Edin Terzic als Trainer stünden für den "Borussia-Dortmund-Weg", mit dem der BVB erfolgreich sein werde, versprach der Klubchef. "Vergesst es, sich an ihnen abzuarbeiten. Wir werden mit diesen beiden erfolgreich sein, weil sie top sind. Ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass wir uns am Ende der Saison für die Champions League qualifizieren. Wenn nicht, haben alle das Recht, uns zu kritisieren".

Kritik an Spielen vor WM-Pause

Weniger wohlwollende Worte als für Terzic und Kehl fand Watzke für die BVB-Profis, die nach 15 Spielen lediglich auf Platz 6 rangieren. Er verwies auf die beiden Niederlagen vor der WM-Pause in Wolfsburg (0:2) und Mönchengladbach (2:4): "Diese beiden Spiele waren nicht das, was wir von Borussia Dortmund erwarten. Ich war zwei Tage komplett aus dem Häuschen."

Trotzdem solle man sich "nicht von der Tabelle des 15. Spieltags beeindrucken lassen. Wir haben in Erling Haaland einen der besten Neuner der Welt verloren", rief Watzke den Mitgliedern zu.

Genesungswünsche an Haller

Er sprach dem an Hodenkrebs erkrankten Stürmer Sebastien Haller, der als Haaland-Nachfolger verpflichtet worden war, die "allerbesten Genesungswünsche" aus: "Alle Mitglieder sehnen den Tag herbei, wenn Du wieder auf dem Platz stehst. Dafür erhältst du alle Zeit der Welt."