Trainer Favre wackelt beim BVB

BVB-Trainer Lucien Favre hat die Hände vor dem Gesicht zusammengeschlagen

Trainer Favre wackelt beim BVB

  • Zukunft von Trainer Favre bei Borussia Dortmund ungewiss
  • Zorc fordert nach dem 3:3 gegen Paderborn Leistungssteigerung
  • Marco Reus und Mats Hummels stärken Favre den Rücken

Bis tief in die Nacht auf Samstag (23.11.2019) tagte die Führung von Borussia Dortmund um Sportdirektor Michael Zorc und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Zuvor hatte sich der BVB beim 3:3 (0:3) gegen das Bundesliga-Schlusslicht SC Paderborn am Freitagabend erneut desolat präsentiert.

Bei den Beratungen der BVB-Bosse ging es wohl speziell um die Zukunft von Trainer Lucien Favre. Favre steht beim BVB nun mehr denn je infrage. BVB-Sportdirektor Michael Zorc bestätigte, dass Favre vorerst Trainer bleibt. "Wir gehen mit Lucien Favre in das Spiel in Barcelona und erwarten, dass wir da eine deutliche Leistungssteigerung sehen", sagte Zorc am Samstag den "Funke Medien".

Zorc: "Worte reichen nicht mehr"

Gleichwohl sitzt der Trainer nicht fest im Sattel. "Es ist ja klar, dass das Thema öffentlich diskutiert wird, denn unsere Situation ist mehr als unbefriedigend", so Zorc. "Natürlich analysieren wir das sehr intensiv. Es ist natürlich klar, dass Worte jetzt nicht mehr reichen, wir brauchen Leistung."

Das nicht-öffentliche Training, bei dem es laut Klub-Mitteilung "viel Analyse" gab, begann mit zweistündiger Verspätung, weil die Profis erst in einem Krisengespräch teamintern über die schwache Leistung redeten.

BVB-Trainer Favre: "Das war eine desaströse erste Halbzeit" Sportschau 22.11.2019 00:44 Min. Verfügbar bis 22.11.2020 Das Erste

Vor der mit Spannung erwarteten Jahreshauptversammlung am Sonntag wird die Luft für Favre immer dünner. Denn die geplante Rehabilitation für das 0:4 in München am 9. November schlug mächtig fehl. Vor allem die erste Halbzeit gegen den SCP mit drei Gegentoren glich einem Offenbarungseid. "Man hat sich richtig geschämt. So dürfen wir nie, nie wieder auftreten", sagte Kapitän Marco Reus.

Selbst die Tore von Jadon Sancho (47.), Axel Witsel (84.) und Reus (90.+2) zum glücklichen Remis konnten die Fans nicht besänftigen. Laute Pfiffe und vereinzelte "Favre-raus"-Rufen schallten von den Tribünen.

Die Gründe für die Talfahrt des selbsterklärten Titelaspiranten sieht Abwehrchef Mats Hummels jedoch nicht bei Favre: "Ich würde mal ganz deutlich sagen, dass das nichts mit der Trainerposition zu tun hat, wenn wir einfach ohne Druck die Bälle herschenken." Und Reus sagte: "Der Trainer stellt uns immer gut ein, aber wir bekommen es nicht auf den Platz."

Favre selbst war niedergeschlagen. "Das kann nicht so weitergehen", sagte der Schweizer. Er glaubt offenbar noch an einen Verbleib beim BVB: "Ich versuche weiter, positiv zu denken." Dem Coach gehen allmählich die Argumente aus. Trotz der Kader-Investitionen von 130 Millionen Euro im Sommer hat sich der Vizemeister eher zurückentwickelt.

Stand: 23.11.2019, 17:57