Mönchengladbacher Talfahrt: Aus Euphorie wird Enttäuschung

Marcus Thuram und Lars Stindl nach der Derby-Niederlage gegen Köln

Mönchengladbacher Talfahrt: Aus Euphorie wird Enttäuschung

Fünf Niederlagen am Stück - das gab es bei Borussia Mönchengladbach lange nicht mehr. In Augsburg soll die Wende her. Die Hoffnungen ruhen vor allem auf Rückkehrer Lars Stindl.

Bis zum 18. Spieltag lief es prima bei Borussia Mönchengladbach. Mit 31 Punkten belegte die Elf vom Niederrhein Platz fünf in der Tabelle. Eine erneute Champions-League-Teilnahme schien zum Greifen nah.

Doch sieben Wochen später ist die Euphorie verflogen. Stattdessen macht sich mehr und mehr Enttäuschung breit: im Pokal ausgeschieden, in der Bundesliga auf Talfahrt und der Trainer im Sommer weg.

Vor allem Letzteres scheint den Gladbachern schwer zu schaffen zu machen. Seit Marco Rose seinen Wechsel zum BVB ankündigte, kassierte die Fohlenelf fünf Pflichtspielniederlagen in Serie.

Favre schmiss einst nach sechs Pleiten hin

Mehr gab es zuletzt im Sommer 2015: Damals packte Borussias Coach Lucien Favre nach der sechsten Pleite seinen Koffer und trat zurück. Im darauffolgenden Spiel gab es dann den ersten Sieg - ein 4:2 gegen den FC Augsburg.

Und genau bei diesem Gegner soll auch diesmal wieder die Wende her. Dafür nahm Rose vor der Partie am Freitagabend seine Spieler in die Pflicht: "Die Jungs müssen sich das Spielglück erarbeiten und noch mehr investieren", forderte der Trainer.

Eberl: "Werden dafür belohnt werden" Sportschau 05.03.2021 01:26 Min. Verfügbar bis 05.03.2022 Das Erste

Stindl macht der Borussia Mut

In der zuletzt lahmenden Offensive könnten zwei Rückkehrer wieder für etwas mehr Schwung sorgen. Jonas Hofmann hat seine muskulären Probleme überwunden und Lars Stindl kehrt nach Gelbsperre ins Team zurück - pünktlich zum Duell mit seinem Lieblingsgegner. Mit sechs Treffern und fünf Assists sammelte Stindl gegen kein anderes Team in der Bundesliga so viele Torbeteiligungen wie gegen den FCA.

Nicht dabei sein wird dagegen Christoph Kramer, der wegen einer Bänderverletzung weiter passen muss. Auch der Einsatz von Ramy Bensebaini ist fraglich.

Rose erwartet ein Kampfspiel

An das Hinspiel haben die Gladbacher nicht die besten Erinnerungen. Trotz früher Führung, einem deutlichen Chancenplus und fast 30 Minuten in Überzahl reichte es am Ende nur zu einem Remis. Auch diesmal erwartet Rose wieder ein Kampfspiel. "Sie werden jedes Mittel wählen, um gegen uns erfolgreich zu sein", glaubt der Borussen-Coach.

Diesen Kampf muss die Fohlenelf annehmen - auch um vielleicht doch nochmal die internationalen Startplätze anzugreifen. "Wir waren in den vergangenen Spielen nicht gnadenlos unterlegen, es war eher so, dass die Spiele auf des Messers Schneide standen", sieht Flügelstürmer Patrick Herrmann durchaus noch Chancen: "Uns fehlt einfach aktuell ein Erfolgserlebnis." Und wer weiß, vielleicht würde mit einem Sieg auch ein klein wenig Euphorie nach Gladbach zurückkehren.

cl/dpa | Stand: 11.03.2021, 21:45