Gladbachs Breel Embolo traf gegen Hoffenheim zum zwischenzeitlichen 1:0 und war am Ende doch enttäuscht.

Borussia Mönchengladbach feiert Weihnachten knapp über der Abstiegszone

Stand: 19.12.2021, 12:48 Uhr

Borussia Mönchengladbach hat die Hinrunde mit einem Remis bei der TSG Hoffenheim abgeschlossen. Einen Befreiungsschlag hat sie damit nach zuvor vier Niederlagen in Serie mit 4:17-Gegentoren in der Fußball-Bundesliga nicht geschafft.

Die Fußballprofis von Borussia Mönchengladbach haben in der Fußball-Bundesliga mit einem eher schmeichelhaften 1:1 in Sinsheim am Samstag zwar endlich wieder gepunktet, aber spielerisch ein weiteres Mal enttäuscht. Das Team von Trainer Adi Hütter, der vor Saisonbeginn für 7,5 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt losgeeist worden ist, ist mit Nationalspielern gespickt, hat in dieser Saison keine zusätzliche Belastung durch Europapokalspiele und überwintert trotzdem nur knapp oberhalb der Abstiegszone.

Weltmeister Kramer kritisiert Leistung

Lothar Matthäus, Weltmeisterkapitän von 1990, zählt seinen Ex-Klub in der Bild am Sonntag zu den größten Enttäuschungen der Hinrunde. "Da stimmt irgendwas nicht", so Matthäus.

Christoph Kramer

Christoph Kramer (l.)

Mit dieser Meinung steht er nicht allein. Christoph Kramer, Weltmeister von 2014, stand für Gladbach gegen Hoffenheim über die gesamte Spieldauer auf dem Platz und fand keine guten Worte für das dortige Geschehen: "Ich bewerte eigentlich nicht so gerne Ergebnisse, denn die Leistung muss stimmen. Vor allem muss die auf Dauer stimmen. Die hat die letzten Wochen nicht gestimmt, die hat heute nicht gestimmt."

Der längst in die Kritik geratene Hütter tat bei der Pressekonferenz nichts, was seine Position weiter schwächen könnte. "Das war sicher ein kleiner Schritt in die richtige Richtung", sagte er schmallippig.

Wie alle anderen kennt er die prekäre Tabellensituation: Man dürfe die Tabelle nie außer acht lassen, sagte Hütter - "dass die Situation nicht ungefährlich ist, sehe ich natürlich auch". Zumal die Gladbacher die Rückrunde am 7. Januar mit der Begegnung beim Spitzenreiter Bayern München eröffnen. Von einer ähnlichen Leistung wie beim 5:0-Pokalcoup gegen die Bayern scheinen die Borussen derzeit aber sehr weit entfernt zu sein.

Ein Punkt für Gladbach: Die Audio-Highlights

Sportschau 18.12.2021 03:59 Min. Verfügbar bis 18.12.2022 ARD Von Daniel Günther


Auslaufende Verträge und abwanderungswillige Spieler

Auch bleibt abzuwarten, mit welchem Personal die Gladbacher in die Rückrunde gehen. 2022 findet immerhin eine Fußball-Weltmeisterschaft statt.

Der eine oder andere Nationalspieler in Reihen der Borussia könnte der Auffassung sein, dass man sich im Abstiegskampf nicht so gut für einen WM-Kader empfehlen kann. In Mathias Ginter (Deutschland) und Denis Zakaria (Schweiz) sind auch zwei Nationalspieler darunter, deren Verträge im Sommer auslaufen, Ablösen also nur noch im Wintertransferfenster zu erzielen wären.

Entsprechend vage äußerte sich Ginter nach der Partie gegen Hoffenheim: "Ganz ausschließen kann man nichts", sagte der Innenverteidiger nach dem Abpfiff bei Sky auf die Frage nach einem möglichen Wechsel. "Ich glaube schon, dass heute nicht mein letztes Spiel war."

Zakaria wird mit Borussia Dortmund in Verbindung gebracht. Marcus Thuram hat zwar noch länger Vertrag, stand im Sommer aber schon mit Inter Mailand in Verhandlungen.

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Rückrunde wird ein "verdammt hartes Brett"

Dass Abwanderungspläne oder -wünsche Auswirkungen auf die Leistung auf dem Spielfeld haben, glaubt zumindest Kramer nicht: "Also Ginter und Zakaria, wenn die auf dem Feld stehen, dann sind das Fußballer wie jeder andere. Die beschäftigt null, was die im Sommer, im Winter nächstes Jahr, in fünf Jahren machen", so Kramer.

Der 30-Jährige, der in der Vergangenheit schon als ZDF-Experte überzeugte, weiß aber auch: "Die Nebengeräusche werden immer größer, wenn's nicht läuft."

Kramer ist trotzdem davon überzeugt, dass die sportliche Talfahrt der Borussia kein Weihnachtsthema wird: "Spätestens Heiligabend nach 22 Uhr weiß keiner mehr, wie wir gespielt haben." Das Unentschieden war auf jeden Fall schmeichelhaft, so Kramer.

Es ist für ihn indes klar, dass seinem Verein nach der Winterpause eine sportlich harte Zeit bevorsteht. "Wir wissen, dass das ein verdammt hartes Brett wird, was wir bohren müssen, dass wir wieder so Fußball spielen, wie wir es gewohnt sind", sagte Kramer.