Teamcheck: Gladbacher Neustart im "System Rose" (Teil 2)

Mönchengladbachs Trainer Marco Rose

Teamcheck: Gladbacher Neustart im "System Rose" (Teil 2)

  • Neuer Trainer Marco Rose folgt auf Dieter Hecking
  • Rose verfolgt ganz andere Spielphilosophie
  • Mannschaft muss neuen Stil verinnerlichen

Der Trainer

Marco Rose verfolgt eine andere Spielphilosophie als sein Vorgänger Dieter Hecking. Frühes Angreifen, Gegenpressing, hohe Laufbereitschaft, direkter Zug zum Tor, insgesamt eine höhere Aggressivität und mehr Dynamik - so stellt sich der 42-Jährige das Spiel seiner Mannschaft vor.

"Es muss unsere Kreativität sein, Wege zu finden, gegen die fünf, sechs Teams vor uns ankämpfen zu können. Wir wollen versuchen, ihnen immer einen Schritt voraus zu sein", sagte Sportdirektor Max Eberl mit Blick auf die Verpflichtung Roses. "Ich weiß nicht, ob mit Marco Rose alles funktioniert oder es mit Dieter Hecking vielleicht doch besser gewesen wäre", gibt Eberl zu. "Ich habe einen Trainer geholt, bei dem ich das Gefühl hatte, dass er sehr gut zu unserem Klub und der Mannschaft passt."

In Österreich holte Rose auf Anhieb zwei Meisterschaften und einmal den ÖFB-Pokal nach Salzburg. "Ich möchte hier nicht die Schablone aus Salzburg draufknallen", so Rose, der in Gladbach wieder ein 4-4-2-System mit Raute spielen lassen möchte. Doch "Emotionalität, Aktivität und Gier" sollen auch für sein neues Team die Leitlinien sein.

Rose - "Wollen aktiv gegen den Ball arbeiten" Sportschau 29.05.2019 00:39 Min. Verfügbar bis 30.05.2020 Das Erste

Erwartungen an die Saison

Auf die Ankündigung eines klaren Saisonziels verzichten die Gladbacher Verantwortlichen bewusst, Trainer Rose will "das Maximum herausholen". Vor dem Saisonstart ist schwer vorherzusagen, in welchem Maße die Mannschaft die neue Spielkultur unter Rose bereits verinnerlicht hat.

"Schön, wenn wir nach vier Wochen am Ende der Entwicklung wären - sind wir aber nicht", sagte Rose nach dem 2:2 im Härtetest gegen den Europa-League-Sieger FC Chelsea. "Wir müssen härter werden, uns mehr unterstützen, wir müssen uns mehr wehren, unangenehm werden."

Max Eberl.

Max Eberl.

In den Testspielen während der Vorbereitung waren gute Ansätze zu sehen, allerdings auch grobe Fehler in der Defensive. Auch das von Rose geforderte aggressive Gegenpressing funktionierte nur bedingt. "Wir müssen viel konstanter werden", so der Coach. "Mein Plan war eigentlich, dass wir am 1. Spieltag dastehen und das Pressing-Monster sind". Hinzu kommt, dass mit Kapitän Lars Stindl (Schienbeinbruch) und "Sechser" Christoph Kramer (Bänderriss) zwei Leistungsträger den Saisonstart definitiv verpassen werden.

"Der Trainer ist kein Magier. Es kann schnell gehen, bis alle Rädchen greifen, vielleicht dauert es aber auch länger. Es wäre schön, wenn die Fans bereit sind und Bock darauf haben, diesen spannenden Prozess zu begleiten", sagt Eberl.

Lesen Sie im ersten Teil: "So lief die vergangene Saison" und "Wer kommt, wer geht"

Stand: 09.08.2019, 08:30