Teamcheck: Gladbacher Neustart im "System Rose"

Alassane Plea und Marcus Thuram von Borussia Mönchengladbach

Teamcheck: Gladbacher Neustart im "System Rose"

Von Nico Karrasch

  • Gladbach verspielte in der Rückrunde CL-Platz
  • Mit Thorgan Hazard besten Scorer verloren
  • Neustart für Breel Embolo bei der Borussia

So lief die vergangene Saison

Vor der letzten Saison hatte der damalige Trainer Dieter Hecking das Spielsystem seiner Mannschaft von einem 4-4-2 auf ein 4-3-3 umgestellt. In der neuen Grundordnung kassierte Gladbach in der Hinrunde nur vier Niederlagen und spielte über weite Strecken sowohl attraktiven als auch erfolgreichen Fußball.

Mit drei Siegen in Serie gelang auch der Start in die Rückrunde: Nach dem 20. Spieltag grüßte die Borussia von Platz zwei mit sieben Punkten Rückstand auf Tabellenführer Dortmund. Doch trotz des guten Starts landete die Hecking-Elf in der Rückrundentabelle nur auf Platz zehn.

Viele Gegner hatten sich auf das Spielsystem der Borussia eingestellt, zudem ließ die Gladbacher Offensive um Raffael, Lars Stindl und Alassane Pléa oft die Präzision aus der Hinrunde vermissen. Besonders gegen defensiv eingestellte Gegner wirkte die Mannschaft immer wieder ideenlos, es mangelte an Durchschlagskraft.

Am Ende verspielte Gladbach den fast schon sicher geglaubten Champions-League-Platz, als Fünfter wurde aber die Teilnahme an der Europa League gesichert. Das ausgegebene Saisonziel - eine bessere Platzierung als Rang neun in der Vorsaison - wurde klar erreicht. Trotzdem entschied sich der Klub, die Zusammenarbeit mit Trainer Hecking zu beenden.

Gladbach-Trainer Rose: "Ich würde Euphorie nie einbremsen"

Sportschau 11.07.2019 02:51 Min. Verfügbar bis 11.07.2020 ARD Von WDR-Reporter Ulli Schäfer

Wer kommt, wer geht

Mit Thorgan Hazard (Borussia Dortmund) verlor Gladbach nur eine Stammkraft, allerdings war der belgische Nationalspieler mit zehn Toren und elf Vorlagen in 33 Liga-Spielen der beste Scorer der Fohlen. Josip Drmic (Norwich City) war schon unter Hecking nur noch sporadisch zum Einsatz gekommen.

Torwart-Talent Moritz Nicolas wurde an Aufsteiger Union Berlin verliehen, im Gegenzug verpflichtete die Borussia Torwart Max Grün (Darmstadt 98) als Backup für Yann Sommer und Tobias Sippel. Im Mittelfeld heizt der nach einer Leihe von Holstein Kiel zurückgekehrte Laszlo Benes den Konkurrenzkampf weiter an.

Mit dem 26-jährigen Stefan Lainer brachte der neue Trainer Marco Rose einen erfahrenen Rechtsverteidiger von RB Salzburg mit, der das "System Rose" verinnerlicht hat - laut Manager Max Eberl ein "dynamischer Außenverteidiger mit einer guten Mentalität", laut Rose "eine Naturgewalt" und "nicht kleinzukriegen".

Breel Embolo.

Breel Embolo.

Für die Offensive verpflichtete Gladbach Breel Embolo (Schalke) und Marcus Thuram (EA Guingamp). Embolo, der Mitte 2016 mit dem Ruf eines ungeschliffenen Sturmjuwels zum FC Schalke 04 gewechselt war, hatte bei den Königsblauen immer wieder mit hartnäckigen Verletzungen zu kämpfen und absolvierte seitdem nur 48 Liga-Partien. In Gladbach soll nun der Neustart gelingen.

Thuram, Sohn des französischen 98er-Weltmeisters Lilian Thuram, kam bei Guingamp in der letzten Saison in fast allen Pflichtspielen zum Einsatz und wurde in der Gladbacher Vorbereitung meist als zweite Spitze neben Plea eingesetzt.

Lesen Sie im zweiten Teil: "Der Trainer" und "Erwartungen an die Saison"

Stand: 09.08.2019, 08:30