Torwart Yann Sommer, Joe Scally und Matthias Ginter bei Borussias Niederlage gegen Eintracht Frankfurt.

Fußball | Bundesliga

Teamcheck Mönchengladbach: Abstiegssorgen nach desolater Hinrunde

Stand: 07.01.2022, 07:00 Uhr

Ein Kader, der internationalen Ansprüchen genügt, bedeutet nicht zwangsläufig, dass man in der Fußball-Bundesliga oben mitspielt. Das hat Borussia Mönchengladbach in der Hinrunde gezeigt.

Nach dem Abstieg 2007 und dem darauf folgenden direkten Wiederaufstieg hat die Borussia aus Mönchengladbach noch drei magere Jahre in der Bundesliga erlebt.

Nach Rang 15 und 12 folgte in der Spielzeit 2010/11 die knappe Rettung über die Relegation gegen den VfL Bochum. Danach belegte die Borussia immer einen einstelligen Tabellenplatz und schaffte gar viermal den Sprung in die Champions League, beziehungsweise zumindest in die Qualifikation für selbige.

Nach dem knapp verpassten internationalen Geschäft in der Vorsaison war der Anspruch in Mönchengladbach also ziemlich sicher ein anderer als das Ergebnis der Hinrunde: Rang 14 und zwei Punkte Abstand zur Abstiegszone.

So lief die Hinrunde

Dabei lief die Hinrunde zunächst gar nicht so schlecht. Dem Auftaktremis gegen Rekordmeister Bayern München folgten zwar zwei Auswärtsschlappen in Leverkusen und bei Union Berlin, aber bis zum 12. Spieltag hielt die Elf vom Niederrhein Kontakt zu den Champions-League-Rängen und glänzte zwischendurch sogar mit einem 5:0-Kantersieg gegen Bayern München im DFB-Pokal.

Dem umjubelten Bravourstück - die Bayern hätten sich auch über eine höhere Niederlage kaum beschweren können - ließen die Borussen noch zwei Siege und ein Unentschieden in der Liga folgen, ehe Ende November der krasse Leistungseinbruch folgte. Konnten die Ergebnisse bis dahin noch über spielerische Defizite hinwegtäuschen - wie etwa beim 3:1-Heimsieg gegen Arminia Bielefeld am 4. Spieltag -, so war dies mit 1:4-Schlappe beim rheinischen Rivalen 1. FC Köln vorbei.

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Er folgten eine blamable 0:6-Heimklatsche gegen Freiburg sowie eine weitere 1:4-Niederlage in Leipzig - 2:14 Tore aus drei Spielen. Die anschließende 2:3-Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt, die Gladbach trotz Überzahl nicht abwenden konnte, führte zum Absturz in Richtung Abstiegszone.

Am 17. Spieltag sah es dann bei der TSG Hoffenheim dank eines Treffers von Breel Embolo lange so aus, als könnte sich Gladbach mit einem versöhnlichen Sieg in die Winterpause verabschieden. Doch diese Hoffnung zerstreute der Hoffenheimer Verteidiger Kevin Akpoguma kurz nach seiner Einwechslung in der Nachspielzeit mit dem Tor zum 1:1-Endstand.

Wer kommt, wer geht

Die Borussen verfügen über einen Kader, der mit vielen Nationalspielern gespickt ist, und das scheint zumindest bis zum Ende der Saison auch so zu bleiben. Spätestens für den Sommer steht der Abschied der Stammspieler Denis Zakaria und Matthias Ginter bereits fest. Bei beiden läuft der Vertrag aus, und beiden wurden bereits vor der Saison Wechselabsichten nachgesagt.

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Derzeit deutet nichts darauf hin, dass sie schon in der Winterpause wechseln - also die Borussia die letzte Chance nutzt, für sie eine Ablösesumme zu erzielen. Sie im Sommer ablösefrei ziehen lassen zu müssen, ist für Borussias Manager Max Eberl ein bitterer Verlust. Wenn sowohl der 2017 für 17 Millionen Euro aus Dortmund verpflichtete Ginter als auch der im selben Jahr für 12 Millionen Euro aus Bern transferierte Zakaria ohne Transfererlös wechseln, ist das in Zeiten, in denen der Club pro Geisterspiel auf Einnahmen in Millionenhöhe verzichten muss, schlecht zu verkraften.

Dass die Borussia angesichts ihres hochkarätigen Kaders und des enttäuschenden Abschneidens große Investitionen tätigt, ist eher nicht zu erwarten. Da wird der Verein seiner sehr konservativen Konsolidierungslinie in der Bundesliga treu bleiben.