Rote Karte: Eberls unrühmliche Premiere

Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl bestätigt auf einer Pressekonferenz des Klubs, dass die Gladbacher Spieler erst am Montag ihr Quarantänehotel bezogen haben.

Rote Karte: Eberls unrühmliche Premiere

  • Max Eberl sieht beim Spiel in Freiburg die Rote Karte
  • Sportdirektor für Spiel gegen Bayern gesperrt
  • Novum in der Fußball-Bundesliga

Nicht jeder Eintrag in ein Geschichtsbuch ist auch ein guter Eintrag. Das weiß seit Freitagabend (05.06.2020) auch Max Eberl. Denn der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach sah im Auswärtsspiel beim SC Freiburg (0:1) als erster Vereins-Funktionär in der Fußball-Bundesliga die Rote Karte.

Was war passiert? In der 68. Minute foulte Gladbachs Stürmer Alassane Plea den Freiburger Verteidiger Robin Koch in der gegnerischen Hälfte. Weil Plea zuvor schon wegen Ballwegschießens die Gelbe Karte gesehen hatte, stellte Schiedsrichter Markus Schmidt dem Franzosen mit Gelb-Rot vom Platz. Zu diesem Zeitpunkt lag die Borussia durch ein Tor von Nils Petersen (58.) bereits mit 0:1 zurück, obwohl sie das Spiel über weite Strecken dominierte. Eberl platze aufgrund des erneuten Rückschlags der Kragen. Er beschwerte sich so heftig beim vierten Offiziellen Timo Gerlach, dass Schmidt zur Bank gelaufen kam und die Rote Karte für Eberl aus seiner Brusttasche zog.

Rose verteidigt Eberl

"Max war hochemotional, wir sind alle hochemotional", sagte Borussias Trainer Marco Rose nach dem Spiel. "Wir lieben unsere Arbeit. Wir haben Ziele. Es ist aus ihm herausgeplatzt." Rose kennt sich mit solchen Szenarien bereits aus. Denn im DFB-Pokalspiel bei Borussia Dortmund im vergangenen Oktober sah der 43-Jährige selbst die Rote Karte. Auch er hatte sich zu heftig beschwert und wurde daraufhin mit einer Innenraum-Sperre für ein Spiel bestraft.

Die gleiche Strafe wird nun auch Max Eberl treffen. Denn seit im vergangenen Sommer die Karten für Trainer, Ersatzspieler und Verantwortliche eingeführt wurden, zieht eine Rote Karte automatisch mindestens ein Spiel Innenraum-Sperre nach sich. Eberl wird deshalb am kommenden Samstag beim Spiel beim FC Bayern nicht auf der Gladbacher Bank Platz nehmen dürfen. Je nachdem, wie schlimm der DFB Eberls Vergehen wertet, kann die Sperre auch mehr als ein Spiel betragen.

Automatische Sperren ein Novum

Zwar gab es auch in der Vergangenheit schon Innenraum-Verbote für Trainer und Funktionäre, wie etwa 2016 für den damaligen Leverkusener Trainer Roger Schmidt. Allerdings waren diese Strafe vom Vergehen abhängig und kamen nicht automatisch.

Die Rote Karte für Eberl war so etwas wie das Sahnehäubchen auf einen verkorksen Gladbacher Abend in Freiburg. Die Borussia droht nun vier Spieltage vor Saisonende aus den Champions-League-Plätzen zu rutschen. Und mit dem FC Bayern ist die nächste Aufgabe alles andere als leicht.

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Sportschau 05.06.2020 00:44 Min. Verfügbar bis 05.06.2021 ARD Von Philipp Sohmer

red | Stand: 06.06.2020, 12:32