Gladbach - bescheidene Helden sind die Erfolgsformel

Lars Stindl (li.) und Jonas Hofmann sind Gladbachs Erfolgsgaranten

Dritter Sieg in Folge in Sicht

Gladbach - bescheidene Helden sind die Erfolgsformel

Von Sebastian Hochrainer

Borussia Mönchengladbach ist mit zwei Bundesligasiegen in das neue Jahr gestartet. Verantwortlich sind dafür erneut Spieler, die nicht den großen Glamour versprühen.

In der Bundesliga ist Borussia Mönchengladbach erstmal einer gefährlichen Situation entronnen. Am Jahreseende herrschte dort gute Stimmung, in der Champions League und im DFB-Pokal sicherte sich der Klub das Überwintern. Aber in der Bundesliga ließ das Team von Trainer Marco Rose zu viele Punkte liegen. Das hat sich im Jahr 2021 geändert.

Perfekter Start ins Jahr

Gladbach gewann beide Ligaspiele bislang, das bei Arminia Bielefeld zwar vom Ergebnis her knapp mit 1:0, in der Art und Weise aber überzeugend. Und dann drehten die Borussen einen 0:2-Rückstand gegen Bayern München und gewannen mit 3:2. Es war nicht nur eine mentale Glanzleistung, sondern auch spielerisch war der Sieg verdient.

Was dabei etwas überraschen könnte: Mit Marcus Thuram und Alassane Plea waren die beiden Offensivspieler mit dem größten Highlight-Potenzial gegen die Bayern gar nicht dabei, Plea kam in Bielefeld als Joker ins Spiel. Er verletzte sich im Endspurt des vergangenen Jahres, Thuram ist, nachdem er dem Hoffenheimer Stefan Posch ins Gesicht gespuckt hatte, noch zwei Spiele gesperrt und wird am 22. Januar gegen Borussia Dortmund in den Kader zurückkehren.

Die beiden Top-Scorer der vergangenen Saison fehlten den Gladbachern bereits in der entscheidenden Phase der vergangenen Saison. Doch schon da zeigte die Mannschaft, dass es die Ausfälle von Plea und Thuram kompensieren kann. Ohne die beiden Spieler eroberten Roses Mannen mit drei Siegen in den letzten drei Spielen noch den vierten Platz.

Ähnliche Personalsituation wie am Ende der vergangenen Saison

In einer ähnlichen Konstellation hat sich Gladbach nun wieder den internationalen Plätzen angenähert. Ohne die auffälligen Stürmer Thuram und Plea, dafür aber mit den bescheidenen Helden, in erster Linie sind da Jonas Hofmann und Lars Stindl zu nennen.

Hofmann war gegen Bayern an allen Toren beteiligt (zwei Treffer, ein Assist), Stindl bereitete die ersten beiden Gladbacher Tore mit Traumpässen vor. Die beiden sind in der gesamten Saison bereits die Stützen der Offensive des Teams. Hofmann (fehlte im Winter lange aufgrund einer Muskelverletzung) kommt in neun Bundesligaspielen auf zehn Torbeteiligungen (vier Tore, sechs Vorlagen), Stindl in 15 Partien auf zwölf Scorerpunkte (acht Tore, vier Assists). Auch in der Champions League zeichneten sich beide mit Torbeteilgungen aus.

Rose über Neuhaus: "Hervorragender Fußballer" Sportschau 14.01.2021 00:33 Min. Verfügbar bis 14.01.2022 Das Erste

Hofmann und Stindl stehen für den Gladbach-Stil

Hofmann und Stindl stehen für das Konzept, wie Borussia am ehesten erfolgreich ist. Es ist eine Kombination aus Bescheidenheit, Selbstvertrauen und harter Arbeit, die beiden erfahrenen Spieler blühen unter Trainer Rose nochmal auf. Dabei ragen sie gar nicht aus der Masse heraus, sondern sind ein wichtiger Teil dessen. Roses Mantra ist: Jeder im Team ist wichtig. Thuram und Plea sind die beiden Spieler, bei denen man am ehesten mal das Gefühl hat, sie würden ein wenig ausscheren - ohne jedoch Problemfälle, abgesehen von Thurams Platzverweis gegen Hoffenheim, zu sein.

Wenig verwunderlich ist, dass der wichtigste Stamm der aktuellen Mannschaft eine ähnlich Mentalität wie Hofmann und Stindl an den Tag legt. In der Verteidigung ist Matthias Ginter, der nach wie vor keine Sekunde in dieser Saison verpasst hat, der große Anker, im Mittelfeld sorgen Christoph Kramer und Florian Neuhaus dafür, dass gar nicht so sehr auffällt, dass Gladbachs Top-Mann Denis Zakaria noch immer weit von seiner Top-Form entfernt ist.

Embolo gegen Stuttgart fraglich

Am Samstag werden diese Spieler wieder für Gladbach entscheidend sein, in Stuttgart (18.30 Uhr) soll es den dritten Sieg im Jahr 2021 geben. Möglich ist jedoch, dass Rose dabei seine Offensive umstellen muss. Breel Embolo wurde Anfang der Woche an der Hand operiert, sein Einsatz ist fraglich. Ob Plea ihn ersetzen könnte, entscheidet sich nach dem Abschlusstraining am Freitag.

Stand: 14.01.2021, 14:06