Corona-Krise: Gladbach-Profis kündigen Gehaltsverzicht an

Spieler von Borussia Mönchengladbach bejubeln ein Tor im leeren Stadion

Corona-Krise: Gladbach-Profis kündigen Gehaltsverzicht an

  • Gladbacher Fußballprofis kündigen teilweisen Gehaltsverzicht an
  • Auch Trainerstab und Funktionäre schließen sich wohl an
  • Borussia Mönchengladbach prüft außerdem Inanspruchnahme von Kurzarbeit

Die Fußballprofis von Borussia Mönchengladbach haben angesichts der Corona-Krise angekündigt, für die kommenden Monate auf einen Teil ihres Gehalts zu verzichten. Das bestätigte der Verein am Donnerstag (19.03.2020) über die klubeigene Internetseite. Zunächst hatte die "Rheinische Post" darüber berichtet.

In der Summe soll der Verein auf diese Weise monatlich mehr als eine Million Euro einsparen. Die Spieler hätten sich laut Vereinsmitteilung zu diesem teilweisen Gehaltsverzicht entschieden, um den Klub zu entlasten und vor allem das Einkommen sowie die Jobs der übrigen Mitarbeiter zu sichern.

Gladbach kündigt Gehaltsverzicht an

Sportschau 19.03.2020 00:38 Min. Verfügbar bis 19.03.2021 ARD Von Felix Becker

Auch Trainerstab und Top-Funktionäre wollen verzichten

Neben den Spielern planen demnach wohl auch der Trainerstab um Chefcoach Marco Rose und die Direktoren und Geschäftsführer der "Fohlen", auf einen Teil ihres Salärs zu verzichten. Außerdem prüfe die Borussia laut Geschäftsführer Stephan Schippers als weitere Maßnahme die Inanspruchnahme von Kurzarbeit, um die Corona-Krise zu überstehen, "ohne betriebsbedingte Kündigungen aussprechen zu müssen".

Borussia Mönchengladbach rechnet aktuell mit Einnahmeverlusten "durch Spielausfälle, fehlende Zuschauereinnahmen, möglicherweise wegfallende TV-Einnahmen und fehlende Sponsorengelder", wie der Klub mitteilte. Schippers hatte zuletzt eingeräumt, dass jedes Heimspiel, das wie das 2:1 gegen den 1. FC Köln vor gut einer Woche ohne Zuschauer durchgeführt werden muss, den Verein rund zwei Millionen Euro netto kostet.

Przondziono: "Toller Gedanke"

Im WDR2-Podcast "Einfach Fußball" hatte Moderator Sven Pistor zuletzt mit Martin Przondziono (Geschäftsführer SC Paderborn) und Simon Rolfes (Sportdirektor Bayer Leverkusen) über einen möglichen Teilverzicht auf Gehalt diskutiert.

Rolfes zu Gehaltsverzicht: Die Frage kommt zu früh

Sportschau 18.03.2020 05:44 Min. Verfügbar bis 18.03.2021 ARD

Der SCP-Manager hält dieses Modell zur Überbrückung der Corona-Krise für realistisch. Dies machte er im Podcast deutlich: "Natürlich ist das ein toller Gedanke. Wir haben das intern in unseren Gremien diskutiert. Aber ich kann die Jungs in Quarantäne jetzt nicht permanent mit finanziellen Neuigkeiten überhäufen." Man wolle erstmal "die Lage vernünftig analysieren".

Auch Rolfes wollte einer detaillierten Analyse, wie sich in Zukunft überhaupt die Einnahmensituation gestaltet, nicht vorgreifen. "Welche kurzfristigen Maßnahmen dann nötig sind, um die Krise zu überwinden, wird man sehen", sagte Rolfes.

Horst Heldt: "Unverschämt, das öffentlich zu diskutieren" Sportschau 18.03.2020 01:18 Min. Verfügbar bis 18.04.2021 Das Erste

jti | Stand: 19.03.2020, 09:20