Gladbach und Dortmund - Borussen streiten auf vielen Ebenen

Florian Neuhaus (re.) im Zweikampf mit Emre Can

Europa-Qualifikation, Pokal und Rose

Gladbach und Dortmund - Borussen streiten auf vielen Ebenen

Von Sebastian Hochrainer

Bis Saisonende gibt es gerade zwischen Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach großes Konfliktpotenzial. Beide kämpfen in der Liga um Europa, im Pokal treffen sie im Viertelfinale aufeinander und dazu rangeln beide um die Dienste von Trainer Marco Rose.

Borussia Mönchengladbach hat im Januar eine schlimme Serie beendet. Zwölfmal in Folge hatte Gladbach gegen Borussia Dortmund verloren, ehe es am 22. Januar ein 4:2 in der Bundesliga gab. Bis dahin war der BVB der sportliche Angstgegner und sorgte auch darüber hinaus schon oft für schmerzhafte Momente am Niederrhein.

Mehrere Spieler gingen von Gladbach nach Dortmund

Gerade in Sachen Transfers hat Dortmund den Gladbachern einige schwer zu verkraftende Abgänge beschert. 2012 holte der BVB Marco Reus aus Mönchengladbach, 2017 Mahmoud Dahoud und 2019 Thorgan Hazard.

Auch in diesem Jahr scheint Dortmund großes Interesse an mindestens einem Gladbacher Spieler zu haben. Florian Neuhaus soll eine Ausstiegsklausel über etwa 40 Millionen Euro haben und unter anderem bei den Westfalen hoch im Kurs stehen.

Rose gegen die Klopp-Sehnsucht

Der härteste Kampf zwischen den beiden Klubs dreht sich um Marco Rose. Der Gladbach-Trainer hat noch einen Vertrag bis 2022, in dem eine Ausstiegsklausel verankert ist. Der BVB will diese für sich nutzen, um den 44-Jährigen nach zwei Jahren in Gladbach auf die eigene Trainerbank zu holen.

Borussia Mönchengladbachs Trainer Marco Rose im Gladbacher Borussia-Park.

Mönchengladbachs Trainer Marco Rose im Borussia-Park.

Rose soll Dortmund wieder in eine Klopp-ähnliche Verfassung bringen - er ist für die Verantwortlichen des Klubs als enger Freund von Jürgen Klopp der prädestinierte Kandidat.

Gladbach will Rose halten

Gladbach dagegen will, dass Rose den erfolgreichen Weg des Klubs weiter gestaltet - mindestens bis 2022, am liebsten aber noch darüber hinaus. Sportdirektor Max Eberl sieht die Chancen, dass Rose bleibt, bei "98 Prozent", wie er kürzlich im ZDF-Sportstudio sagte.

Sein Problem: Aufgrund der Ausstiegsklausel hat Eberl kaum Einfluss, er kann Rose zwar gut zureden und attraktive Angebote machen, aber die Entscheidung trifft der Trainer.

Noch ist Roses Zukunft nicht geklärt, er hält sich nach wie vor bedeckt und gibt weder ein Bekenntnis zu Gladbach ab noch deutet er an, den Verein wechseln zu wollen. Er möchte sich auf das Aktuelle konzentrieren. Und damit dürfte er schon genug zu tun haben, denn auch hier herrscht wieder großes Konfliktpotenzial mit dem BVB.

Beide sind Titelanwärter im DFB-Pokal

Gladbach hat das Ziel, den ersten Titel seit 1995 in dieser Saison zu holen. Und im DFB-Pokal bietet sich diesmal eine realistische Chance.

In Bayern München und Bayer Leverkusen sind die beiden Vorjahresfinalisten raus, doch die nächste Hürde ist eine besondere: Im Viertelfinale kommt es erneut zum Borussen-Duell Gladbach gegen Dortmund (2. März, 20.45 Uhr, live in der ARD).

In der Liga unter Druck

Und auch in der Liga wird es bei beiden Vereinen auch wichtig sein, was der Rivale bewerkstelligt. Der BVB ist aktuell als Sechster deutlich hinter den eigenen Erwartungen, die Champions League ist nach eigener Aussage Pflicht.

Marco Rose: "Jeder Sieg bringt uns näher an's große Ziel" Sportschau 03.02.2021 03:41 Min. Verfügbar bis 03.02.2022 Das Erste

Aktuell würde es nicht mal für die Europa League reichen. Es sei denn, der VfL Wolfsburg oder RB Leipzig, die ebenfalls im Pokal-Viertelfinale aufeinandertreffen und derzeit einen Champions-League-Platz belegen, wird Pokalsieger.

Gladbach ist derzeit sogar nur Siebter und punktgleich mit Dortmund. In der Liga und im Pokal werden beide den Rivalen abhängen wollen. Das könnte im Endeffekt auch eine Rolle für die Entscheidungsfindung von Marco Rose spielen. Er ist der wohl wichtigste Faktor im wochenlangen Duell der Borussen.

Stand: 11.02.2021, 11:00